Wacken Open Air 2018 Samstag Teil 2

Willkommen zum letzten Teil unserer grossen bebilderten Wacken Reportage.

Text und Bilder: Claudia Chiodi und Rea Sigg

Und wieder spielten zwei interessante Bands gleichzeitig, also ab mit Rea zu ENSIFERUM und danach stattete sie dem Bullhead City Circus einen längeren Besuch ab und Claudia kümmerte sich um ARCH ENEMY und den Headliner.


ARCH ENEMY

Die Möglichkeit die schwedischen Melodic Death Metaller anzuschauen konnte ich mir nicht entgehen lassen. Wie beim letzten Mal zog mich Fronterin Alissa in ihren Bann, auch wenn ich den letzten Auftritt, dem ich beiwohnen konnte, stärker in Erinnerung habe, war es wieder ein Vergnügen diese Show zu dokumentieren.


ENSIFERUM

Die Folk Metaller aus Helsinki eroberten in Wikinger-Manier die Louder Stage. Den Sound von ENSIFERUM beschreiben zu wollen, daran sind schon viele aus dem Musikbusiness gescheitert. Die Band vereint so viele Einflüsse und Stilrichtungen zu einem unverwechselbaren Sound, dass ich mich gar nicht festlegen mag. Auf jeden Fall machte ihr Auftritt grossen Spass und auch die Fans vor der Bühne waren restlos begeistert.


ENSLAVED

Die Bühne voller Nebel, rotoranges Licht. Was für das Publikum grossartig und vielleicht auch ein bisschen geheimnisvoll wirkt, ist für Fotografen fast schon ein Albtraum. Meine Kamera und ich sind hier an unsere Grenzen gestossen. Daher gibt es leider von ENSLAVED keine weiteren Bilder. Schade, denn die Norweger lieferten eine gute Show und auch ihr Viking bzw. Progressiv Metal wusste die Fans absolut zu begeistern.


HELLOWEEN

Eine der erfolgreichsten Metalbands Deutschland bespielte die Harder Stage zur besten „Sendezeit“, hatte den Samstags Headlinerslot. „Reunions“ sind heutzutage gerade bei Power Metal Bands offenbar angesagt, aber die Pumpkins United Show empfand ich als eines der Highlights. Die beiden Sänger Andi Deris und Michael Kiske bieten einen interessanten Schlagabtausch, eigentlich ähnliche Stimmen, sind sie doch unterschiedlich genug, um Spannung aufzubauen. Das die Show selber eine bombastische Inszenierung war, versteht sich fast von selber. Dass gegen Schluss der 2,5 Stunden noch riesige aufblasbare Kürbisse ins Publikum geworfen wurden, erhöhte den Spass- und Erlebnisfaktor noch zusätzlich.


SOLSTAFIR

Die Nebelmaschinen liefen auf Hochtouren, das spärlich eingesetzte Licht war fast ausschliesslich blau. Grossartig anzusehen, aber auch hier stiess ich an die Grenze der Fototechnik. SOLSTAFIR stammen aus Island und begeisterten den Bullhead City Circus mit grundehrlicher Rockmusik. Obwohl wahrscheinlich die wenigsten die Texte verstanden, wurde dennoch kräftig mitgefeiert.

Für Rea gab es überraschend noch einen weiteren Einsatz vor der Louder Stage


ESKIMO CALLBOY

Die für mich letzte Band nicht nur des Abends, sondern des diesjährigen Wacken Open Air hatte ich ursprünglich nicht auf dem Plan. Auf Grund technischer Schwierigkeiten, auch das Arbeitsmaterial hatte mit dem vielen Staub zu kämpfen, wurde bei Bekannten ein temporärer Pitpass frei.
Electrocore ist leider gar nicht mein Genre, davon vermochten mich auch die ESKIMO CALLBOY nicht zu überzeugen. Den vielen Fans dagegen schien die Show der Nordrhein-Westfalener Band zu gefallen, wurde doch kräftig mitgefeiert.

Für Claudia ging das Festival vor der Doppelbühne zu Ende


DIMMU BORGIR

Die Norweger bieten mit Symphonic Black Metal einen heftigen Kontrast zu gerade gehörtem. Auch wenn diese Musikrichtung nicht wirklich zu meinem Repertoire gehört, wollte ich sie mir dennoch mal anhören. Fazit interessante Performance, stimmige Bühnenpräsenz, aber einfach nicht ganz mein Geschmack. Wobei ich auch zugeben muss, dass die Aufnahmefähigkeit nach vier Tagen langsam am Ende angekommen ist.


IN EXTREMO

Den „Rausschmeisser“ machte die deutsche Mittelalter Rock/Metal Band. Wobei wer das jetzt wörtlich nahm, machte die Rechnung ohne den Wirt. Der Platz vor der Bühne leerte sich keineswegs, sondern blieb bis zum Ende proppenvoll. Mit Feuer und Dudelsäcken wurde die 29. Ausgabe des Festivals auf dem Holy Ground beschlossen.


Fazit von Claudia

Das Wacken Open Air ist und bleibt eines der best organisierten Festivals auf denen ich bisher war. Ja klar, es gibt immer etwas zu verbessern, aber hier sind wir schon auf einem absoluten Spitzenniveau. Für ein paar Tage wird hier eine ganze Stadt hingeknallt, mit einer funktionierender Infrastruktur. 

Immer wieder wird über das Line-up in den sozialen Medien diskutiert, aber ich empfand es als sehr vielseitig und spannend, viele verschiedene Geschmäcker bedienend und immer wieder gut für Neuentdeckungen. Dass die Headliner jeweils durchaus unserem Geschmack entsprachen, war natürlich nicht unwichtige für die Begeisterung und Zufriedenheit mit der diesjährigen Ausgabe.

Ein paar persönliche Zahlen zur diesjährigen Ausgabe:

In sechs Tagen sind wir 1959km gefahren und ich 76511 Schritt gelaufen, dies entspricht in etwa 59.5km. Zum Glück habe ich mir nur eine Blase eingelaufen, welche mit dem entsprechenden Pflaster aus dem Wacken Bag versorgt wurde. Geschlafen habe ich durchschnittlich 3.4 Stunden pro Nacht. Meine Festplatte zeigte mir etwas mehr als 7700 Fotos an.

Persönlich möchten wir uns beim Media Staff und der Security bedanken, die Personen mit denen wir naturgemäss am meisten zu tun hatten. Man hat uns das Leben und die Arbeit erleichtert mit der Professionalität und auch mit dem Humor. Und natürlich mit der Eisspende. 😉

Unser beider zweites Mal auf dem Holy Ground – nach einem leicht matschigen und frischen 2017 durften wir dieses Jahr ein extrem heisses und staubiges Festival erleben. Beide haben ihre Tücken, sowohl für Mensch, als auch Technik. Ein Mittelmass wäre zwar schön, aber wir kommen auf jeden Fall wieder. Rain or Shine!