Wacken Open Air 2018 Freitag Teil 2

So heiss der Tag begonnen hatte, so staubig ging er weiter.

Text und Bilder: Claudia Chiodi und Rea Sigg

Im zweiten Teil beschäftigte sich Rea mit UNZUCHT und Claudia machte einen Abstecher zum Bullhead City Circus.


UNZUCHT

Eine Woche nach dem Release ihres neuesten Silberlings Akephalos rockte UNZUCHT die Wackinger Stage. Gespannt wartete das Publikum auf die Präsentation neuer Songs, genauso wurden aber auch ältere Stücke gefeiert. Fronter Schulz hatte die Menge im Griff und so sangen bald alle auf dem gut gefüllten Platz nach seinen Kommandos mit. UNZUCHT bewies einmal mehr, dass sie den Vergleich mit den ganz Grossen des Dark Rocks nicht zu scheuen brauchen.
Wie inzwischen von der Band bekannt gegeben wurde, war es für Blaschke das letzte Konzert mit UNZUCHT, da er aus persönlichen Gründen die Band verlässt.


FOZZY 

Die Band um den Wrestler Chris Jericho, rockte am späteren Nachmittag die Headbanger Stage im Zelt. Hier ging es um Spass und klassischen Heavy Metal, auch die aus dem Ring bekannte grosse Klappe des Fronters durfte hier nicht fehlen.


LEAVES‘ EYES

Bereit für die Schlacht um die Wackinger Stage zeigte sich die Symphonic Metal Band LEAVES‘ EYES. Ihr Einzug wurde nämlich von einer Horde wilder Wikinger gebührend unterstützt. Doch auch musikalisch zeigten die fünf eine grosse Leistung. Dies wussten auch die zahlreichen Fans auf dem rappelvollen Platz zu würdigen und feierten die Steinheimer frenetisch.


CHILDREN OF BODOM

Metal aus Espoo stand als nächstes auf dem Speiseplan, die finnische Band sorgte für volle Reihen vor der Faster Stage. Auch wenn diese Kost für mich nicht ganz so leicht verdaulich war, einen interessanten Auftritt und vollen Einsatz goutiere ich immer, und fasziniert haben sie mich.


DORO

The Queen of Metal bewies einmal mehr, dass dieser Titel nicht nur schmückendes Beiwerk ist. Doro und ihre Band rockten die Harder Stage von Beginn weg mit Vollgas. Unbeeindruckt ob all der kritischen Stimmen, DORO würden nicht nach Wacken gehören, feierte die Queen mit ihren Fans eine Riesenparty. Mit ihrer unverwechselbar rauen Stimme gab sie einen Hit nach dem anderen zum Besten und wirbelte voller Energie über die Bühne.

Am Ende des Konzertes wurde Doro Pesch noch zusätzlich gefeiert: Live auf der Bühne wurde überraschend verkündet, dass sie in die Hall of Heavy Metal History aufgenommen wurde.


NIGHTWISH

Auch wenn NIGHTWISH für mich alles andere als ein unbeschriebenes Blatt ist, live durfte ich sie bisher noch nicht erleben. Und dann gleich vor einem solchen Publikum! Eine souveräne Floor Jansen in einem brandneuen und einer Göttin angemessenen Kostüm hatte die abertausenden Fans komplett im Griff. Die für Wacken angepasste Setliste beinhaltete Songs von fast allen Alben, ein schöner Streifzug durch die Bandgeschichte. Ich bin auf jeden Fall total begeistert und freue mich auch die Tour im Herbst.


GHOST

Auch nachdem gewisse Geheimnisse dieser Band im letzten Jahr gelüftet wurden, in meinen Augen haben sie nichts an Anziehungskraft und Ausdruck verloren. Hier wird gezeigt, wie man eine Bühnenshow aufzieht, bis ins letzte Detail ausgefeilt und jede Bewegung sehr bewusst gesetzt. Ein Kunstprodukt, meistens ist natürliche Emotion eher mein Ding, aber hier ist es eine perfekte Inszenierung. Ein Fest für die Aug und Ohr zu später Stunde.

Nach einem kurzen Abstecher ins Pressezelt und einem kleinen Schlummertrunk, machten wir uns nach einem Blick zur Haltestelle unseres Shuttlebusses und die wartenden Menschen zu Fuss auf den Weg zum Zelt.