SUMMERBREEZE 2019 – heisser Donnerstag

Der erste „richtige“ Tag des 2019er-SUMMERBREEZE heizte den Fans richtig ein – wettermässig jedoch eher nicht.

Text und Bilder; Danny Frischknecht

Das Wetter war eher durchzogen, morgens regnete es leicht, nachmittags schien meist die Sonne, gegen Abend wehte dann aber eine leichte Brise und die Temperaturen fielen relativ stark. Ebenso gemischt wie das Wetter war das Programm. Ob es nun die Mittelaltermannen von VERSENGOLD waren oder die Hardcore-Helden von DECAPITATTED, die Thrasher von TESTAMENT oder die beiden offiziellen Headliner IN FLAMES oder AVANTASIA – das Programm bot jedem Metallerherzen etwas. für meinen Geschmack etwas seltsam mutete an, dass CRADLE OF FILTH und BATTLE BEAST erst im Nachheadliner-Slot spielten.
Und was mich noch seltsamer anmutete, war die Tatsache, dass auch bei IN FLAMES und AVANTASIA sämtliche akkreditierten Fotografen in den Graben durften. Eigentlich – und das ist jedes Jahr ein Kampf – benötigt man für die Headliner-Bands einen sogenannten Headliner-Fotopass. Das sollte an sich dazu führen, dass nur Fotografen im Graben sein durften, die einen gewissen Leistungsausweis mitbrachten. Einerseits ist das der Anspruch an möglichst gute Bilder und damit entsprechendes Equipment und andererseits die Vertretung eines einigermassen interessanten Mediums.
Natürlich gehören wir von ROCKNEWS dazu, insbesondere, da das SUMMERBREEZE für uns eine Kooperation mit STORMBRINGER.AT ist.
Es war also nicht ganz einfach, sich im völlig überfüllten Pit einen Platz zu suchen und neben Kompaktknipsern und Handyfotografen die Bands auch einmal aus verschiedenen Perspektiven zu sehen. Mal sehen, ob das heute und morgen besser wird.

Ich persönlich habe mit DECAPITATED begonnen. Nicht, weil mir die Truppe zusagt, sondern um den Kollegen und die Kollegin von STORMBRINGER.AT zu treffen. Die Jungs auf der Bühne gaben sich alle Mühe und entzückten die Fans, meine Baustelle ist es eher nicht.

So richtig warm wurde ich auch nciht mit AVATAR. Interessant oder abwechslungsreich klingt anders. Da wurden zwar viele Grimassen geschnitten, man tobte mit gewohnt bunten Uniformen durch die Gegend, am Mikrofon stand Marilyn Manson für Arme – also ich hätte zu dieser Sendezeit lieber BATTLE BIEST gesehen.

TESTAMENT waren dann das, was man erwarten konnten. Ihr Thrash Metal ist auch nciht mehr der Jüngste, immerhin haben sie eine Show abgeliefert, welche ihr musikalisches Können – und ein Stück weit natürlich auch ihre lange Geschichte abbildete. TESTAMENT ist TESTAMENT ist TESTAMENT.

Spannend und richtig geil wurde es dann bei IN FLAMES. Die können es einfach, knallen dir fetten Metal-Hardcore-was-weiss-ich-denn-schon vor den Latz, spielen mit dem Publikum, sind voll dabei. Sänger Anders Friden gab alles, schien bei vielen Songs richtiggehend mitzuleiden und Gitarrist Björn Gelotte war dermassen gut gelaunt, dass er wohl am Liebsten ins Publikum gehüpft wäre. Seine Grimassen liessen jedenfalls auf Freude deuten.

Tobi Sammet und seine AVANTASIA – was soll man dazu sagen? Zum ESC hats ja nicht gereicht, immerhin erstmals ans SUMMERBREEZE. Unbestritten ist, dass AVANTASIA momentan auf einer ungeheuren Erfolgswelle reiten – „Moonglow“ chartet gewaltig. Dann, musikalisch wird wie seit eh und je gutes Niveau geboten und Tobi himself ist je eh ein Wonneproppen. Also eigentlich klar, dass da eine richtige Sause abgeht. Ging aber nur teilweise. Erstens hatte es auf dem Infield noch massig Platz – im Gegensatz zu den IN FLAMES. Zweitens ist Sammet halt Sammet halt Sammet – fröhlich, engagiert, unterhaltend – da fehlen zum richtig heissen Livegig aber die Ecken und Kanten. Ich hätte ihn ja gerne mal wieder als EDGUY auf der Bühne.
Was man aber sagen muss, seine Truppe hat schon was drauf. Da gibt es vom KnowHow und dem musikalischen Können her nichts zu meckern – erste Sahne. Nach meinem Geschmack halt einfach etwas zu perfekt, zu geschliffen.