WACKEN XXX – Metalsause mit Jubiläum

Nach 4 Tagen, gefüllt mit viel guter Musik, vielen Schritten (insgesamt 103’790 Schritte / 74,6 km), gutem Essen sowie einer Hülle und Fülle an Eindrücken und interessanten Menschen in friedlicher Stimmung bin ich wieder zurück im Alltag.

Text: Alice Malherbe, Fotos Claudia Chiodi

1990 startete man mit 6 Bands und 800 Besuchern – 2019 zum 30igsten Jubiläum waren es über 150 Bands und über 75’000 Besucher. Auch war die Zeit des reinen Konzertbesuches längst vorbei – bei all den Attraktionen die es nebenher noch so gab. Dazu aber später mehr.

TAG 1

Nach individueller Anreise war der erste geplante Konzertbesuch die geballte Frauen Power von BURNING WITCHES aus der Schweiz.

BURNING WITCHES

Die W:E:T Stage wurde am Mittwoch durch die in der Schweiz gegründeten BURNING WITCHES eröffnet.

Im Juni 2019 trat die Niederländerin Laura Guldemond die Nachfolge von Leadsängerin Seraina Telli an und bereits Mitte Juli folgte der erste Song sowie das Video zum Song «Wings Of Steel» mit Laura als Frontfrau.
Die neue Sängerin Laura schien sich gut eingefügt zu haben und überzeugte auf der Bühne. Der Platz vor der Bühne war gut gefüllt und die Stimmung der Hammer – trotz der Mittagsstunde.

Ein gebührender Start.

LAGERSTEIN

Beim Namen LAGERSTEIN denke ich weder an Piraten noch an Australier. Aber bei dieser Band trifft beides zu. Ihr Musikstil ist Party Piraten Metal und das trinken von Rum und Bier ist eines der Haupthemen der Band.
Am 19.07. wurde der Song «Shoey Song» veröffentlicht und die Challenge dazu pro Land / Konzert noch ein Bier aus dem Schuh zu trinken. In Wacken war das ein Cowboystiefel.

Ihr Folk-Rock Party Sound ist eingängig und es lässt sich – am besten mit einem Becher Bier oder Rum in der Hand – leicht mitsingen.

THE QUIREBOYS

Gegründet 1984 als Choirboys, dann in Queerboys umbenannt und schlussendlich auf THE QUIREBOYS angepasst um am Reading Festival spielen zu dürfen. Nur der Sänger und Mitbegründer Jonathan «Spike» Gray ist noch aktuelles Mitglied aus den Gründer Tagen und ein charismatischer und interessanter Frontman.
Die britische Hardrock / Glam-Rock Band trat bereits zum zweiten Mal in Wacken auf (2004 zum war deren Debüt) und brachten diesmal den Beergarden Stage zum kochen und Yeehaaa schreien. Eine Band die Laune macht – rain or shine.

Eigentlich wäre als nächstes Angelus Apatriada auf dem Wasteland Stage angesagt gewesen, doch die Unwetterwarnung machte uns einen Strich durch die Rechnung, da ich es nach der Entwarnung nicht mehr rechtzeitig zur Bühne schaffte.

Da das Infield am Mittwoch noch geschlossen war, bekamen die Bands auf den restlichen 6 Bühnen mehr Publikum. Das heisst aber auch, dass das Zelt in welchem die W:E:T und Headbanger Stage stehen schon rammelvoll war seit dem Auftritt von UFO.

THE SWEET

So mussten wir uns mit einem Stehplatz draussen begnügen – auf dem Feld nebenan mit Sicht auf zwei Bildschirme. THE SWEET legten gleich los mit ihrem Song «Action».

Gitarrist und Gründungsmitglied Andy Scott bewies, dass man auch eine Konservendose benützen kann um auf der Gitarre zu spielen.

Die Stimmung draussen war sehr gut – auch wenn man nicht direkt auf die Bühne sah und der Sound nicht ganz so gut rüberkam wie wahrscheinlich im Zelt drin. Während all der bekannten Hits wie «Hell Raiser», «Fox On The Run» , «Love Is Like Oxygen» und natürlich «Ballroom Blitz» wurde mitgesungen und getanzt.

THE SINDERELLAS

Die etwas andere Show boten uns THE SINDERELLAS aus Hamburg. Rock music meets Burlesque – würde es wohl am besten umschreiben. Die Songs live gespielt und von Burlesque Tänzerinnen mit Rockröhre gesungen. Dazu gab es von der dominanten Lehrerin über die Revuetänzerin die unterschiedlichsten Shows und auch die eine oder andere Jack Daniels Flasche wurde über knapp bekleidete Frauenkörper geschüttet.

Burlesque ist zwar ein sexy tanz Strip Show aber ohne komplettes ausziehen. Sexy aber dennoch stilvoll und der Rest blieb der Phantasie des Betrachters überlassen. Mal was ganz anderes und schön an zu sehen – auch als Frau.

THE SISTERS OF MERCY

Unser Schlusslicht an diesem Abend waren die Gothik Rock Musiker von THE SISTERS OF MERCY. Obwohl deren Licht eher im Bühnennebel unterging.
Noch immer war das Zelt bis auf den letzten Platz gefüllt und so blieben wir weiterhin draussen.
Sie fingen gleich mit einem meiner Lieblingsstücken an «More» und an sich freute ich mich sehr auf das Konzert – wenn auch nur von weitem.

Leider wurden hier aber keine Nahaufnahmen der Band gemacht wie bei THE SWEET und anderen Bands. Im Gegenteil, es schien als hätten sie nur eine Kamera erlaubt die von weitem die Bühne zeigte welche dann auch immer schön vernebelt war. Man sah das Licht von Scheinwerfern und Schemenhafte gestalten – das war es dann auch schon.
Irgendwie wollte auch nicht so richtig gute Stimmung aufkommen wie bei den vorherigen Konzerten. Schade – und so beendeten wir den ersten Wacken Tag noch vor Konzertende.

Der (inoffizielle) erste Tag in Wacken war vorbei. Auf dem Weg ins Zelt noch ein Schlummi und den Tag sowie die Bands Revue passieren lassen. Das Wetter hat gepasst (abgesehen von der Unterbrechung – aber da hat uns das Unwetter zum Glück nur ganz minim gestreifft), die ersten Merchandise Artikel gekauft und sich einen ersten Überblick über das ganze Geländer verschafft.

Wacken Plaza stand heute etwas im Mittelpunkt. Erst mal das Ticket umtauschen und dann mit Bändel am Handgelenk das Festival Gelände von hier aus erkunden. Dort ebenfalls zu finden ist der Welcome To The Jungle – wo man den Spoken Words lauschen konnte, teilweise schon Metal Yoga stattfand (jaaaa Yoga mit Metal Musik – das geht) oder einfach die überdachte Sitzmöglichkeit für eine Pause nutzte.

Mittelpunkt der Wacken Plaza ist aber das Bullhead City Circus Zelt mit den W:E:T und Headbanger Bühnen. Für zwei Tage legen hier jeweils auch Nachwuchsband ihr Herzblut und ihr ganzes Können in die Waagschale um den Metal Battle für sich zu entscheiden. Dazu aber an anderer Stelle mehr.

Licht aus für Tag 1!

Weitere Bilder:

SLAVE TO SIRENS auf der Wasteland Stage