Wacken Open Air 2018 Samstag Teil 1

Wieder brennt die Sonne auf unser Zelt und treibt uns aus den Feder. Eigentlich ja Schlafsäcken, aber wer nimmt denn das so genau?

Text und Bilder: Claudia Chiodi und Rea Sigg

Auch heute hiess es wieder temporäre Pitpässe ergattern und dann ab in den Bullhead City Circus für beide.


LOVEBITES

Die aufstrebende Powermetal Band ist die erste all female Formation aus Japan auf dem Holy Ground. Wer aufgrund der Bühnen Outfits jetzt etwas sanftere Klänge erwartet, könnte nicht falscher liegen. Die Damen screamen und schreddern den Anwesenden den Schlaf aus den Gehirnwindungen. Ein interessanter Export aus dem Land der aufgehenden Sonne, der sich auch nicht scheut mit Klischees zu spielen, wenigstens optisch.

Geschlossen ging es danach ins Infield.


WINTERSUN

Der Einsatz an den Mainstages am Samstag führte uns zu den Epic Metallern aus Helsinki um Jari Mäenpää. WINTERSUN wurden 2004 vom ehemaligen Ensiferum-Sänger gegründet und haben sich seitdem in der Szene etabliert. Sie begeisterten das Wackener Publikum mit einer Mischung von alten und aktuellen Songs quer durch die Bandgeschichte.


ALESTORM

Female Fronted Smooth Jazz von den Banana Island, so lautet die Beschreibung der Band auf ihrer Facebook-Seite. Spätestens aber bei der Bühnendeko, einem entspannt chillenden Krokodil und einer riesengrossen quietschgelben Gummiente, ist jedem klar, dass ALESTORM weder sich selber noch die Szene so ganz ernst nehmen. Dennoch – oder vielleicht gerade deswegen – war der Platz vor der Stage gut gefüllt, als die fünf Schotten mit Vollgas loslegten. Band und Fans feierten eine gemeinsame grosse Party, bei dem manch Knaller gespielt wurde. Logischerweise wurde Entchen am Schluss von den Fans durch die Luft geschleudert. Ob das anschliessende Entchennapping auch so geplant war?

Während sich Claudia bis zu STEEL PANTHER eine Pause machte, respektive die Wasteland Warriors besuchte, nahm Rea weiterhin die Bands im Infield unter die Lupe.

Die folgende Galerie enthält Impressionen welche wir in den vier Tagen sammelten.


SKINDRED

„Ragga Punk Metal…wid a twist“
So beschreiben SKINDRED sehr treffend ihren Musikstil. Manch einer mag sich fragen, warum eine Punk-Band die Harder Stage bespielt. Das begeisterte Publikum ist jedoch Antwort genug. SKINDRED, allen voran Frontmann Benji Webbe beherrschten die Bühne von Anfang an und die Metalheads feierten die Newporter Band, denn Schubladendenken gibt es auf dem W:O:A nicht.


DIE APOKALYPTISCHEN REITER

Ob man DIE APOKALYPTISCHEN REITER nun dem Black-, Death-, Thrash- oder Power Metal oder gar Rock bzw. Folk zuordnen möchte, kann jeder halten, wie er mag. Unabhängig von jedweden Genrezwängen haben DIE REITER die Louder Stage gerockt. Obwohl auch ältere Songs gespielt wurden, konzentrierte sich die Setlist mehrheitlich auf Stücke vom aktuellen Album „Der Rote Reiter“.


STEEL PANTHER

Die Glam Rocker aus Los Angeles sind bestimmt nicht jedermanns Sache, den doch sehr grenzwertige Humor bar jeder politischen Korrektheit mag man oder nicht. Sie polarisieren überspitzt gezeichneten Figuren, spielen mit jeglichen Klischees und Vorurteilen. Und gar nicht so nebenbei liefern sie eine grandiose Party und mitreissenden Sound. Als Künstler kann man sie durchaus ernst nehmen, ihre Texte und Bühnenpalaver aber sollte man auch mal mit einem Augenzwinkern anhören. Und natürlich durften im Publikum aufblasbare Puppen und ein Penis ebensowenig fehlen, wie die 17 oben herum leicht bis gar nicht bekleidete Girls auf der Bühne. Wir beide haben uns auf jeden Fall köstlich amüsiert.

Wir machen hier einen kleinen Break, die weiteren Highlights vom Samstag findet ihr bald im letzten Teil unseres Berichtes/Fortsetzungsromanes.