Wacken Open Air 2018 Freitag Teil 1

Nach einer kurzen Nacht weckte uns die Sonne auf dem Zelt schon recht zeitig.

Text und Bilder: Claudia Chiodi und Rea Sigg

Dadurch, dass wir bereits etwas früher auf den Beinen waren, konnten wir noch zusätzlich temporäre Pitpässe nach Wunsch ergattern. Danach zog es Rea in den Wilden Westen im Bullhead City Circus und Claudia stattete dem Infield einen längeren Besuch ab.


DEZPERADOZ

Eine Kreuzung aus Hardrock, Italowesternsoundtrack, Southern und Country auf dem heiligen Acker? Mein Tagesbeginn stand für mich fest, das musste ich mir ansehen. Die Heidelberger Formation um Leadsänger Alex Kraft weckte wohl nicht nur bei mir Neugierde auf das Genre des Western Metals. Trotz der frühen Uhrzeit hatten sich einige Metalheads vor die W:E:T stage verirrt. Begeistert liessen sie sich von den vier Cowboys in den wilden Westen entführen.


AMARANTHE

Die Schwedisch-Dänische Kooperation eröffnet den Freitag auf der Louder Stage und somit beginnt der Tag für mich gleich mit einem ordentlichen Weckruf. Die Kombination von Melodic Death Metal mit Powermetal lockte bereits um diese Uhrzeit eine ansehnliche Menge aus den Zelten. Offenbar empfanden auch die Wacken Besucher eine geballte Portion Growling, hohe Clean Voices, harte Riffs und hohes Tempo als idealen Start in den Festivaltag.

Danach stand eine nicht ganz so einfache Entscheidung an, im Infield spielten DARK TRANQUILLITY und AMORPHIS gleichzeitig. Da wir noch einen temporären Pitpass erben konnten, kümmerte sich Rea um die Schweden und Claudia um die Finnen.


DARK TRANQUILLITY 

Zu den Vorreitern des Melodic Death Metals gehören zweifelsohne auch die Schweden von DARK TRANQUILLITY. Ich muss zugeben, der Stil – insbesondere die gegrowlten oder gescreamten Parts – entspricht nicht unbedingt meinem Geschmack. Wem das Genre aber gefällt, der kam bei den sechs Schweden definitiv auf seine Kosten. Insbesondere Sänger Mikael Stanne rockte die Bühne und stand für keine 2 Sekunden still. 


AMORPHIS

Getreu der Herkunft ihres Namens lassen sich diese Finnen partout nicht in eine Schublade stecken. Death Metal, Progressive Metal, Melancholic Dark Metal, alles Begriffe die durchaus zu AMORPHIS passen, aber immer noch nicht die ganze Bandbreite erfassen. Man scheut sich nicht in allen Musikstilen nach passenden Elementen zu suchen, um die Songs vielschichtiger und einzigartiger zu gestalten. Der Auftritt auf dem Holy Ground hat voll und ganz überzeugt, eine Show voller Energie, einfach mitreissend. Zusätzlicher Sympathie Bonus: Neben all dem Gegröle und Schreien von den Bühnen kam hier zwischen den Songs ein ruhiges, leises, fast schon schüchtern anmutendes „Thank you!“. Unerwartet, und in dieser Form einen bleibenden Eindruck hinterlassend!


KORPIKLAANI

Ich gebe zu, als ich den Pitpass für KORPIKLAANI in den Händen hielt, schlug mein Fangirl-Herz höher.

Die finnischen Folk Metaller zeigten denn auch ihr ganzes Können. Sie unterhielten die Fans mit einer gelungenen Mischung aus älteren Stücken und neueren Songs. Natürlich durften weder Vodka noch Tequila fehlen, aber auch Henkselipoika vom aktuellen Album begeisterte die Fans. Trotz Hitze und Staub feierten die Metalheads die 6 Musiker aus dem hohen Norden und liessen sich gerne zu einem wilden Circle Pit hinreissen.


EPICA

Diesmal kommt der Symphonic Metal aus den Niederlande, mit viel Power legt EPICA los. Der Spass am Auftritt ist den Musikern deutlich anzusehen, bei dieser Menge an Feierwütigen nicht unerwartet. Ein rundes Gesamtpaket, das uns hier geboten wird. Wenn bei anderen Bands der Gitarrist immer mal wieder mit einer neuen Axt dasteht, ist das bei EPICA eher des Keyboarders Job, also nicht mit Gitarre… Ein drehbares Keyboard, welches rund um das Schlagzeug gerollt werden kann, bietet für einmal ungewohnte Postitionswechsel.

Mehr Highlights inklusive der Headliner des Abends gibt es im zweiten Teil.