Wacken Open Air 2018 Donnerstag Teil 2

Und weiter geht es Donnerstag im Wackinger Village.

Text und Fotos: Claudia Chiodi und Rea Sigg

Das Mittelalter war hart, Rea hat sich davon überzeugt.


INGRIMM

Es gibt wohl keine Band der Szene, welche die Bezeichnung Mittelalter-Metal so ausfüllt, wie die Regensburger Formation Ingrimm. Auf der Wackinger Stage zeigten sie auch, wieso dem so ist: gespielt auf mittelalterlichen Instrumenten trieben sie mit grollendem Bass, kräftigen Drums und harten Gitarrenriffs die Menge zu tänzerischen Höchstleistungen. Die unverwechselbar raue Stimme von Sänger René sorgte nicht nur bei den tiefgründigen Stücken für Gänsehaut.
Unterstützt wurde die Band von Shir-Ran (Krayenzeit) an der Geige.

Ebenfalls mit einer deutschen Band ging es für Claudia auf der Louder Stage weiter.


OOMPH!

Spätestens seit ihrem Nummer 1 Hit „Augen auf!“ hat die Band weit über ihre Genre Grenzen hinaus für Aufmerksamkeit gesorgt. Wobei ein Genre hier nicht wirklich das Thema ist, sowohl Einflüsse aus Gothic, also auch Industrial und Neue Deutsche Härte sind in ihrem Sound auszumachen. Mit ihrem mitreissenden Auftritt wurde ich mehr als entschädigt, dass ich Dirkschneider auf der Faster Stage dadurch verpasste.

Nach einer Pause hiess es für uns beide ab ins Wackinger Village für Symphonic Metal.


VISIONS OF ATLANTIS

Die österreichische Band wurde dieses Jahr volljährig und brachte mit „The Deep & the Dark“ ihr sechstes Studio Album heraus. Mit diesem waren sie bereits im Frühjahr unterwegs auf der Symphonic Metal Nights Tour und begeisterten das Publikum, auf Wacken nicht weniger. Die variantenreiche starke Stimme von Clémentine Delauney gepaart mit Siegfried Samers Power Metal Einflüssen ergeben ein interessantes und harmonisches Gesamtpaket.  


EXIT EDEN

Exit Eden absolvierten auf dem W:O:A den zweiten Liveauftritt überhaupt in der noch jungen Bandgeschichte. Die drei Sängerinnen dürften dem Einen oder Anderen bekannt vorkommen. Clémentine Delauney ist die Frontfrau von Visions of Atlantis und sang früher bei Serenity, Anna Brunner kennt man von ihrer Mitarbeit zuletzt beim aktuellen Album von Kissin‘ Dynamite und auch Marina La Toracca ist unter anderem mit ihrer Band Phantom Elite unterwegs. Amanda Somerville, bekannt von ihrer Mitarbeit unter anderem bei Epica, Avantasia oder auch Xandria , konnte leider aus privaten Gründen nicht dabei sein. Davon liessen sich ihre Kolleginnen aber nicht die Laune verderben. Souverän präsentieren sie ihre Symphonic Metal Versionen bekannter Popsongs. Selbst Kritiker von Coversongs waren nach der Show restlos begeistert.

Rea machte hier Feierabend, aber nur von den Konzerten. Im gut ausgestatteten Pressebereich mit Stromanschlüssen und eigenem WLAN kümmerte sie sich um die Sicherung ihrer Bilder, die letzte Tat jeden Tages auf Wacken. Für Claudia war noch nicht ganz Schluss, auf der Harder Stage spielte noch einer der ganz Grossen.


JUDAS PRIEST

Die erfahrene Truppe um Rob Halford hatte verdientermassen den Headliner Slot am Donnerstag. Für einmal war hier nicht der Pitpass die Eintrittskarte für den Fotograben,  sondern nur wer auf der Liste stand, durfte rein. Und ich stand darauf! Mit einer bombastischen Show und gut gelaunten Musikern waren sie ein ganz klares Highlight des Tages und wurden vom Publikum entsprechend gefeiert. Die Setliste beinhaltete Songs vom aktuellen Album Firepower, war ansonsten aber sehr für Nostalgiker geeignet mit Schwerpunkt auf den Werken der 80er Jahre.

Glenn Tipton gab Anfang Jahr bekannt, dass er aufgrund seiner Parkinson-Erkrankung nicht mehr an der Tour teilnimmt und seinen Platz an der Gitarre abgeben muss, die Zugaben auf Wacken liess er sich aber nicht nehmen und begeisterte damit die Fans.

Somit ging der erste offizielle Festival Tag auf Wacken zu Ende. Mittlerweile im Besitz eines der begehrtesten Accessoires diesen Jahres, einen Hut. Auch wenn wir nicht stundenlang vor den Bühnen in der Sonne stehen mussten und immer wieder Schattenplätze suchen konnten, setzte die Sonne auch uns mit der Zeit zu. Zum Glück kühlte es in den Nächten jeweils etwas ab, somit war etwas für Erholung gesorgt.