HAMMERFALL dominieren das Z7

Mit der neuen Scheibe Dominion sind HAMMERFALL nach den USA nun auf grosser Europa Tour. Im ausverkauften Z7 werden sie an diesem Sonntag von SERIOUS BLACK und BATTLE BEAST unterstützt.

Text und Bilder: Claudia Chiodi

Dank einer recht frühen Türöffnung ist nicht bereits zu Beginn ein riesen Menschenauflauf, sondern die Schlange hält sich in Grenzen und die Halle füllt sich langsam. Da wir bereits früh da sind, haben wir genug Zeit, uns einzurichten und vorgängig zu verpflegen, bevor das Durchkommen nicht mehr so einfach ist. 

SERIOUS BLACK

Bereits 2015 begleiteten diese Herren auf ihrer Tour auch ins Z7, sind also für so einige der anwesenden Wiederholungstäter alles andere als eine unbekannte Grösse. Seither hat sich aber doch einiges im Line-Up der Band getan. Ramy Ali ist mittlerweile Stammdrummer und Christian Münzner fungiert bei live Auftritten als zweiter Gitarrist neben Gründungsmitglied Dominik Sebastian. Mit Bassist Mario Lochert und Urban breed am Mikro sind noch zwei weitere Herren der ersten Stunde dabei. Von arg begrenztem Platz und Spielzeit, der durchaus nicht unüblichen Problematik für einen Opener,  lassen sie sich nicht beirren und legen einen tempo- und abwechslungsreichen Auftritt hin. Ich hätte mir allerdings erhofft etwas mehr von der brandneuen Scheibe Suite 226 zu hören, gespielt wurde davon leider nur We Still Stand Tall. Wem das ebenso geht, sollte sich die Tourdaten im Herbst ansehen, empfehlenswert ist natürlich der Halt bei der Rocknacht Tennwil im September.

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BATTLE BEAST

Letztes Jahr mit dem neuen Album noch selber als Headliner im gut gefüllten Z7, müssen sich auch die Finnen diesmal mit eher begrenztem Platzangebot arrangieren. Das kann aber die Powertruppe um Noora Louhimo in keinster Weise bremsen und jedesmal wenn ich sie sehe, überzeugen sie mich davon, dass voller Einsatz der Gesichtsmuskulatur dem Gitarrenspiel genauso hilft, wie so manch einem Drummer. Grimassen gehören bei diesen Herren definitiv dazu, sei es aus Konzentration, Leidenschaft oder einfach nur Blödsinn. Denn auch das kommt hier nicht zu kurz, auch das rollende Digidrumkit von Janne Björkroth darf für einen standesgemässen Auftritt nicht fehlen. Vielleicht das Rezept, um neben der unglaublichen Bühnenpräsenz von Sängerin Noora bestehen zu können. Songtechnisch werden uns jeweils vier Songs der letzten beiden Alben präsentiert und für mich geht diese Entscheidung mehr als nur in Ordnung. Mit Straight to the Heart, King for a Day und Eden sind persönlichen Favoriten von mir auf der Setlist und mit Beyond the Burning Sky beenden sie mit einem weiteren ihr Set.

Online:

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HAMMERFALL

Da der Abend früh begonnen hatte, war es bereits um 20:30 Zeit für den Headliner. Nun sehen wir auch den Grund für die eingeschränkte Bewegungsfreiheit der beiden vorherigen Bands, vor einem Backdrop mit gemauerten Bögen und Turmzinnen sind riesige Riser aufgebaut, auf denen mittig das Schlagzeug von David Wallin tront. Von ihm werden wir daher an diesem Abend immer mal wieder nur einen kurzen Blick erhaschen leider, aber imposant ist diese Kulisse natürlich schon. Während auf vorangegangenen Shows dieser Tour durchaus mit Feuer gespielt wurde, lässt man die Special Effects Kiste an dem Abend eher geschlossen. Im propenvollen Z7 ist es auch so bereits heiss genug und die Decke dann vielleicht etwas niedrig für die Feuersäulen. Und bei der Songauswahl treten solche Dinge auch etwas in den Hintergrund, denn die hat es sowas von in sich. 

Mit Never Forgive, Never Forget und One Against the World starten wir gleich mit zwei Songs der aktuellen Scheibe Dominion in den Abend. Natürlich steht diese etwas im Vordergrund auf dieser Tour, aber auf dem Plan sind Songs von jedem einzelnen Studioalbum der Schweden und mit Last Man Standing, einem der Publikums Favoriten, fehlt auch die 10 Jahres Jubiläum Kompilation Steel meets Steel nicht in diesem Reigen. Neben den wohl meist gespielten Songs der Band Let The Hammer Fall  und Hearts on Fire, verwöhnen Sie uns auch mit Songs wie The Way of the Warrior und ganz besonders Hallowed Be Thy Name, welche in den letzten 10 Jahre kaum oder gar nicht live zu hören waren. Ein ganz besonderes Highlight ist aber an dem Abend für mich ganz klar Second to One, für welches Noora von BATTLE BEAST noch einmal auf die Bühne kommt. Beide Sänger verfügen über eine unheimlich starke Bühnenpräsenz und bauen so eine beinahe greifbare Spannung auf, welche bis in die hintersten Winkel der Halle reicht. Die beiden Stimmen harmonieren grossartig miteinander, gerade da Noora sich von einer etwas sanfteren Seite zeigt, und verursachen damit die bisher schönste Gänsehaut des Jahres. In der Zugabe dürfen dann die obligaten Hammer High und Hearts on Fire und die neue Hymne (We make) Sweden Rock nicht fehlen.

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Einen einzigen kleinen Kritikpunkt hätte ich anzubringen: Nach dem bei der bereits zu Beginn erwähnten Tour 2015 und ebenfalls in 2017 jeweils zwei aufeinanderfolgende Konzerte in Pratteln gespielt wurden, hätte ich mir das auch auf dieser Tour gewünscht. Dann hätte ich mir nämlich den Spass gleich zweimal gönnen können.  So hoffe ich einfach, das dies noch lange nicht das Ende der Europatour mit Dominion ist und man zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal das Vergnügen hat.