elu & friends live review

elu & friends live review

Das kleine Jubiläum ist vorbei, ELUVEITIE und ihre Freunde haben die Eishalle Wetzikon erneut gerockt.Dieser Bericht ist eine seltsame Mischung. Roland schreibt über die ersten Bands und Danny hat EPICA und ELU fotografiert.

Roland:
Während ich mit dem Zug nach Wetzikon fahre, mache ich mir ein paar Gedanken über den heutigen Event. Das „Eluveitie And Friends Festival“ wird dieses Jahr zum fünften Mal veranstaltet und nachdem es in den Jahren zuvor in Zürich (2011), Winterthur (2012) und Frauenfeld (2013) über die Bühne gegangen ist, findet es nach 2014 zum zweiten Mal in der Eishalle Wetzikon statt. In den Jahren zuvor teilten sich unter anderem die Bands „Korpiklaani“, „Finntroll“, „Die Apokalyptischen Reiter“ und „In Extremo“ die Bühne mit „Eluveite“, dieses Jahr werden es „Atropas“, „Krampus“, „Faun“ und „Epica“ sein. Ich frage mich auf jeden Fall wie sich das verhält, ein Festival in einer Eishalle, wie gross die Halle ist und wieviele Personen darin Platz finden.

Als ich am Bahnhof Wetzikon ankomme habe ich eigentlich vor mich zuerst mal zu orientieren, wo sich die Eishalle genau befindet. Ich lasse es dann aber doch sein und folge der Masse von Schwarzgewandeten und Langhaarigen, die offensichtlich dasselbe vorhaben wie ich. Nach einem circa fünfzehnminütigen Fussmarsch bei kalten Temperaturen und regnerischen Verhältnissen komme ich bei der Eishalle an. Als ich dann die Eishalle betrete bin ich überrascht über die Grösse der Veranstaltung und der Halle, zumal der EHC Wetzikon kein Eishockeyclub ist der in den obersten zwei schweizerischen Ligen spielt. Dort wo sich normalerweise in etwa die Eishockeybanden befinden sind mehrere Stände aufgebaut worden, dort findet das Fanherz fast alles was es begehrt. Neben mehreren Ständen mit Getränken hat es auch solche mit Merchandise der auftretenden Bands, aber auch CDs und Shirts von anderen Bands kann man hier finden. Und es hat sogar ein Stand an dem man sich vor Ort tätowieren lassen kann.

Als die erste Band die Bühne betritt, ist der Stehplatzbereich vor der Bühne schon gut gefüllt und auch die einzige geöffnete seitliche Rampe ist gut besetzt, dort befinden sich vor allem Familien und Personen, die den Abend im Sitzen und in Ruhe geniessen wollen. In Zusammenarbeit mit einer zürcherischen Lokalzeitung hatte „Eluveitie“ einen Wettbewerb ausgeschrieben bei dem sich Bands als Opener bewerben konnten. Mehr als dreissig Bands hatten sich für diesen heissbegehrten Auftritt beworben, die Trash und Melodic Metaller von „Atropas“ wurden dann Mitte November 2015 von „Eluveitie“ selbst ausgewählt. Die aus Zürich stammende und aus vier Mitgliedern bestehende Band machen ihre Sache gut, das Publikum agiert aber eher zurückhaltend, bedingt durch die zu diesem Zeitpunkt noch recht frischen Temperaturen und dem in diesem Moment noch tiefen Alkoholkonsum des Publikums. Doch immer wieder hört man Fans lautstark mitsingen, ein gewisses Mass an Stimmung ist also definitiv vorhanden. Für mich persönlich ist ihr Auftritt ein wenig überraschend, ich hatte sie vor ein paar Jahren schon einmal live gesehen und als härter in Erinnerung, an diesem Nachmittag geben sie sich aber zahm und spielen mehrheitlich melodiösere Songs als gewohnt, dies sicher auch mit dem Hintergedanken dass es eher ein melodiöser und weniger ein harter Event ist.

Melodiös geht es auch nach einer ersten Pause mit „Krampus“ weiter. Die siebenköpfige Alternative Metal Band aus Udine heizen nicht nur die Stimmung weiter an sondern auch die Temperaturen in der Halle sind langsam in einem erträglichen und angenehmen Rahmen. Auch sie können wie zuvor „Atropas“ überzeugen, das Zusammenspiel von Gesang, Violine, Flöte, Bass, Gitarren und Drums ist gelungen und begeistert das Publikum. Eine gewisse Zurückhaltung ist zwar immer noch spürbar, dies hängt aber vermutlich damit zusammen das für viele Zuschauer diese Band eher unbekannt ist. Rein musikalisch passt „Krampus“ auf jeden Fall sehr gut zu den Bands, die zu einem späteren Zeitpunkt noch auftreten werden.

Als nächstes beehrt „Faun“ das Wetziker Publikum mit ihrem Auftritt. Die aus Münchnen stammende Paganfolk Band ist eine Augenweide, denn jedes von den sechs Bandmitgliedern trägt ein Kostüm, bei dessen Anblick man sich ins Mittelalter zurückversetzt fühlt. Doch nicht nur optisch, sondern auch musikalisch fühlt man sich in diese Zeit zurückversetzt. Der Einsatz von Harfe, Flöte und anderen mittelalterlich anmutenden Instrumenten füllt die Halle mit Wärme und Liebe. Dies spürt auch das Publikum und legt die Zurückhaltung völlig ab. Nach jedem Song klatscht die ganze Halle ausgiebig und beim Song „Walpurgisnacht“ geschieht dies während des ganzen Songs, nur unterbrochen von kurzen Gesängen des Publikums, zu denen der Sänger zu Beginn des Songs animiert hat. Aus meiner Sicht alles in allem ein sehr gelungener Auftritt, zurecht hat der Veranstalter dieser Band den Slot direkt vor Epica gegeben.

Danny:

Ich machs wirklich kurz – die Galerien von EPICA und ELUVEITIE sollten zeigen, was Sache war. Nicht umsonst gehören beide Bands zu den Stammgästen auf den Bühnen weltweit. Nach wie vor sind ELUVEITIE DIE Schweizer Erfolgstory, touren weltweit und wissen, wie man sich als Gastgeber zuhause benimmt.

Simone Simons hat zusammen mit ihren Jungs den Boden bereitet, die erwartete Mischung aus älteren und neuen Tracks zelebriert und damit die Bühne für ELUVEITIE vorgeglüht.

epica wetzikon16-17

Was ELUVEITIE nachher gezeigt haben, war einmal mehr eine Spitzenleistung. Ich habe jedesmal den Eindruck, dass die Truppe bei Schweizer Konzerten noch einen draufsetzt.

Chrigel Glanzmann und Anna Murphy werden ihrer Rolle als Frontpaar gerecht, die Band spielt engagiert und fehlerfrei und mit einem gelungenen Akustik-Set legen die Männlein und Weiblein einen drauf.

elu wetzikon16-19Was nach wie vor ungeklärt ist – wer ist die Fiedlerin und bleibt sie?

An dieser Stelle sei einmal mehr dafür gedankt, dass wir Fotografen das komplette Set ablichten durften; Chrigel, wir lieben dich dafür!

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