BORKNAGAR „Fall“ kommt am 23.02.24

Schwarze Männer* aus Norwegen können richtig gut singen und lassen es ordentlich krachen…

Danny Frischknecht

*Damit sich bei uns alle wohlfühlen; dies ist eine Anspielung auf die Band, welche aus lauter Männern besteht und Blackmetal spielt…

Progressive Blackmetal aus Norwegen zuhause bei Century Media Records

Releasedate 23.02.2024

english below

ICS Vortex – Bass und Vocals, Lars A. Nedland – Keys und Vocals, Øystein G. Brun – Guitars, Jostein Thomassen – Guitars und Bjørn Dugstad Rønnow – Drums und Percussion. Wenn ich solche Namen lese, bin ich immer froh, dass ich keinen Podcast mit solchen Reviews mache. Nun ja, es ist das illustre Lineup der Norweger, welche seit 1996 in der Metalwelt unterwegs sind und hier ihr zwölftes Volllängenmachwerk präsentieren. Und das noch; ich bin froh, dass der Bandname auch in lateinischen Buchstaben vorliegt, weil das mit Blackmetal und Bandlogo ja so eine Geschichte für sich ist.

Bei den eifrigen VerfolgerInnen meiner Reviews dürfte sich jetzt die eine oder andere Stirn kräuseln, denn schliesslich bin ich doch nicht so Blackmetal, oder? Korrekt, den grossen Teil dessen, was ich unter diesem Genrebegriff bisher hörte, konnte ich nicht so leiden, üblicherweise liegt meine Grenze bei melodischem Deathmetal, wie ihn etwa ELUVEITIE, AMON AMARTH, SOILWORK oder ARCH ENEMY fabrizieren. Warum also BORKNAGAR? Wegen des Prädikats „progressive“ eben, denn das garantiert bei BORKNAGAR dafür, dass sich die Jungs nicht vor echtem Gesang fürchten, Instrumenten eine gewisse Trennschärfe zumuten und sich nicht auf Teufel komm raus selber malträtieren und depressiv fühlen müssen. Zugegeben, ich giesse eben etwas Clichéesaft über das Blackmetal-Genre, aber so ganz unrecht ist das nicht – finde ich.
Ich gebe zu, BORKNAGAR als Band habe ich bisher nur teilweise wahrgenommen. Und auch als mir das Album per Promokanal vor einigen Tagen zugeflattert ist, landete es zuerst einmal auf dem Stapel der Ungelesenen, aber irgendwie wohl wichtigen Anfragen. Den Schalter umgelegt hat dann das Video „Nordic Anthem“, das vor etwa einer Woche erschienen ist:

Wenn das nicht progressiver Blackmetal ist, dann weiss ich nicht. Ein verflucht geiler Track mit einem Chorgesang, wie ich ihn der Band kaum zugetraut – oder zumindest nicht erwartet hätte.
Das heisst aber nicht, dass die Band nicht richtig abdrücken kann, die meisten Tracks folgen schwarzmetallischer Tradition. „Summit“ beispielsweise liefert die gewohnten Attribute wie das schnelle, hämmernde Schlagzeug – doubleblasts vom Feinsten. Aber auch hier, Klargesang, wie er in diesem Metier so selten ist. Sehr episch tritt „Afar“ an, der Gesang zwischen clear und scream, kein growlenden, grunzender Hirsch irgendwo im schwarzen Eisenwald.

Einer meiner Faves auf der Scheibe: „Moon“, schnell und getragen, kraftvoll und mit grosser Geste. Die Nordländer beeindrucken mich von Track zu Track mehr. „Stars Ablaze“ ist dann richtig symphonisch, eindrücklich einmal mehr der Gesang. Und so weiter, „Fall“ ist eines der besten Alben, das in den letzten Monaten auf meinem Tisch gelandet ist. Die Scheibe ist gross, richtig gross.

Fazit

Wenn ich ehrlich bin; so richtig viel Blackmetal kann ich nicht mehr erkennen, von einigen Sequenzen mit Highspeedblasts und angegrowlten Songpassagen. Das Album ist progressiv, ist avantgardistisch, ist grosses Kino. Und nicht zuletzt; es macht Spass, besonders, wenn es über eine gute Anlage mit richtig fetten Lautsprechern dröhnen darf. Kaufen, kaufen, kaufen!

Tracklist und Artwork

  1. Summits
  2. Nordic Anthem
  3. Afar
  4. Moon
  5. Stars Ablaze
  6. Unraveling
  7. The Wild Lingers
  8. Northward

english version

ICS Vortex – Bass and Vocals, Lars A. Nedland – Keys and Vocals, Øystein G. Brun – Guitars, Jostein Thomassen – Guitars and Bjørn Dugstad Rønnow – Drums and Percussion. When I read names like that, I’m always glad that I don’t do a podcast with reviews like this. Well, it’s the illustrious line-up of the Norwegians, who have been on the road in the metal world since 1996 and present their twelfth full-length album here. And I’m glad that the band name is also in Latin letters, because black metal and band logos are a story in themselves.
The eager followers of my reviews may now be raising an eyebrow or two, because after all, I’m not that black metal, am I? Correct, I didn’t like most of what I’ve heard under this genre term so far, usually my limit is melodic death metal like ELUVEITIE, AMON AMARTH, SOILWORK or ARCH ENEMY. So why BORKNAGAR? Because the label „progressive“ guarantees that the guys on BORKNAGAR aren’t afraid of real vocals, don’t expect instruments to have a certain selectivity and don’t have to maltreat themselves and feel depressed at the drop of a hat. Admittedly, I’m pouring a bit of cliché juice over the black metal genre, but I don’t think that’s entirely wrong.
I admit, I’ve only partially recognised BORKNAGAR as a band so far. And even when the album fluttered my way via the promo channel a few days ago, it initially ended up in the pile of unread but somehow important requests. Then the video „Nordic Anthem“, which was released about a week ago, flipped the switch:

If that’s not progressive black metal, I don’t know what is. A damn cool track with chorus vocals that I would hardly have thought the band capable of – or at least not expected.
But that doesn’t mean that the band can’t really pull the trigger, most of the tracks follow black metal tradition. „Summit“, for example, delivers the usual attributes such as the fast, pounding drums – double blasts at their finest. But here too, clear vocals, which are so rare in this genre. Afar“ is very epic, the vocals between clear and scream, no growling, grunting stag somewhere in the black iron forest.

One of my faves on the disc: „Moon“, fast and solemn, powerful and with a grand gesture. The Northerners impress me more and more with every track. „Stars Ablaze“ is then really symphonic, with impressive vocals once again. And so on, „Fall“ is one of the best albums that has landed on my desk in recent months. The disc is great, really great.

Conclusion

To be honest; I can’t really recognise much black metal anymore, apart from a few sequences with high-speed blasts and growled song passages. The album is progressive, avant-garde, great cinema. And last but not least; it’s fun, especially when it’s blasting through a good system with really fat speakers. Buy, buy, buy!

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