BEYOND THE BLACK – „Brake The Silence“ erscheint am 9. Januar

BEYOND THE BLACK – „Brake The Silence“ erscheint am 9. Januar

Man kann BEYOND THE BLACK wirklich keinen mangelnden Fleiss vorwerfen. Mit „Brake The Silence“ liefern sie nicht nur ihr sechstes Studioalbum ab, sondern sie gehen da auch ziemlich neue Wege.

© El Jefe
9 von 10 Burning Headphones

Powermetal, zuhause bei Nuclear Blast Records
Releasedate 09.01.2026

English Version below

BEYOND THE BLACK stehen von Anfang an für fetten und präzisen Powermetal aus deutschen Landen. Aushängeschild der Band ist einerseits Frontfrau Jennifer Haben am Mikrofon und den Keyboards, andererseits aber die hochklassige Band mit Gitarrist Chris Hermsdörfer, der auch für die rauen Stimmparts zuständig ist, Tobias Lodes ebenfalls Gitarre und Gesang sowie Kai Tschierschky  an den Drums.

Dieses Lineup hat im Wesentlichen seit 2016 Bestand, als die junge und freche Jennifer die Band umkgerempelt hat. Ihre damaligen Bandkollegen wollten das Risiko, voll auf die Musik zu setzen, nicht eingehen. Mittlerweile ist aus der jungen Wilden eine deutlich gereifte Persönlichkeit geworden. Das betrifft weniger ihr Alter als ihr Charisma und ihre musikalische Kreativität. BEYOND THE BLACK sind längst auf Headlinerniveau angekommen. Naja, vielleicht noch nciht für die ganz grossen Festivals, aber für ihre eigenen Touren oder Co-Headliner-Projekte mit anderen Bands.
Mit dem Release ihres neuen Albums starten sie auch gleich eine Tour durch Europa bis Mitte Februar – fast täglich spielen sie eine Show in einer anderen Location – in der Schweiz findet ihre SHow am 19. Januar im Zürcher X-TRA statt, im Sommer werden sie am SUMMERSIDE Festival in Grenchen dabei sein. Weitere Festivals sind bereits bestätigt, etwas das Fullmetal Mayrhofen, das Karmøygeddon Festival in Norwegen oder das Metalfest in Tschechien.

Jetzt möchte ich doch einige Worte zum Album verlieren – ist ja schliesslich der Sionn einer Review. Zuerst einmal; warum die volle Punktzahl von ten burning headphones? Weil das Album nicht nur technisch perfekt ist, sondern auch, weil es eine erstaunliche Bandbreite an Stilelementen liefert und weil es Zeuge einer deutlichen Weiterentwicklung der deutschen Metallertruppe ist.

Das betrifft mehrere Bereiche. Zum Einen erhält Chris Hermsdörfers raue Stimme viel mehr Gewicht als bisher. Das bringt bereits den Opener „Rising High“ auf ein Level, das sich gewaschen hat – besonders, da auch Jennifer Haben mit einer Stimmfärbung auftrumpft, die ich so noch nicht gehört habe. Ist es möglich, bei einer Melodic Powermetalband von einer souligen Stimme zu sprechen. Auf jeden Fall macht Haben hier ein Fass auf und zeigt, wo ihr gesanglicher Hammer hängt. Dann wäre da noch das ziemlich geile Gitarrensolo – einer meiner Lieblingstracks!

Damit sind aber weder die Weiterentwicklungen noch die Überraschungen fertig. Beim Titeltrack zeigt Haben wunderschöne Softparts und eine ihrer Stimmfacetten, die bisher nicht so stark zum Tragen. Davon mehr bitte!

Dann wäre da noch „The Art Of Being Alone“, das mich zwiespältig zurücklässt. Wer mich kennt weiss, dass ich mit LOTL-Harms wenig anfangen kann. Ich gebe aber zu; seine Stimme korrespondiert hier gut mit Habens dunklem Timbre. Hier findet sich ein winzigkleiner Kritikpunkt an Jennifers Stimme – in den leisen Parts singt sie sehr tief – aus meiner Sicht an ihrem Limit oder sogar knapp darüber hinaus. Die kräftigen, epischen Parts sind hingegen – episch. Der Song ist nicht der beste vom Album, auf jeden Fall aber ein Hookliner.
Ich war früher ein bekennender Fan von Le Mystère des Voix Bulgares – einer Sammlung bulgarischer Folkslieder gesungen von einem Frauenchor, dessen Qualität unheimlich ist. BEYOND THE BLACK integrieren damit eine faszinierende Ethno-Note ins Album.
Shit; ich merke eben, dass ich momentan tue, was ich sonst praktisch nie tue – ich nenne nicht nur Hörproben, sondern gehe gerade alle Tracks der Reihe nach durch. Naja…
„Raven“ auf jeden Fall holt meine Freude an Hymnen mit folkig-mittelalterlichem Touch direkt ab. Warum auch immer, dieser Track erinnert mich an Songs von Eluveitie – faszinierend. „The Flood“ beeindruckt mich nicht sonderlich – gemessen am Rest des Albums Mittelklasse. Wenn sich Frontfrau Asami der japanischen LOVEBITES ans Mikrofon stellt, weiss man schnell, was es geschlagen hat. Im Duett mit Jennifer Haben wird „Can You Hear Me“ ein eindringlicher Track, auch wenn er musikalisch typisch BEYOND THE BLACK ist – die beiden Stimmen haben schon was.
Dann eine weitere Überraschung, die so nicht zu erwarten war. Jennifer Haben gehört zur verschwindend kleinen Minderheit der Deutschen und Deutschinnen, die der französischen Sprache mächtig sind – oder sie zumindest richtig aussprechen können. Nennt das nun meine Schweizer Arroganz oder Hochnäsigkeit – es stimmt halt einfach. Soviel zu (La Vie Est Un) Cinéma, Un Cinéma Bizarre.
„Hologram“ ist dann eher wieder ein typischer BEYOND THE BLACK Track – eher Filler als Killer.

Ganz zum Ende des Albums zieht sich Jennifer Haben dann nackig aus. Man verzeihe mir das Bild, wenn aber eine Band im englischen Wald einen deutschen Baum pflanzt, dann fallen die Hüllen. Dann wird der Text zum Zentrum, kann nichts mehr kaschiert werden, denn das Englische klingt auch gut, wenn man nicht jedes Wort versteht oder jede Bedeutung klar identifizieren kann. „Weltschmerz“ stellt sich mitten auf den Marktplatz der Eitelkeiten, lässt wenig Interpretationsspielraum zu, wird von allen deutschsprachigen Fans auf Anhieb verstanden. Ob sie den Track deswegen lieben oder hassen werden – die Zeit wird es zeigen. Was er auf jeden Fall ist – eine wunderschöne Ballade, welche der warmen, dunklen Stimme von Jennifer Haben den Raum gibt, die sie verdient hat.

Fazit

„Break The SIlence“ ist das mit Abstand beste Album von BEYOND THE BLACK. Es zeigt eine Band, die definitiv erwachsen worden ist, gereift und auf höchstem technischen Niveau. Das ist melodischer Powermetal erster Güte und BTB eine Band, die definitiv in die Headlinerslots gehört. Kaufen? Was soll die Frage?

Tracklist und Artwork

  1. Rising High
  2. Break The Silence
  3. The Art Of Being Alone (feat. Lord Of The Lost)
  4. Let There Be Rain (feat. The Mystery Of The Bulgarian Voices)
  5. Ravens
  6. The Flood
  7. Can You Hear Me (feat. Asami From Lovebites)
  8. (La Vie Est Un) Cinéma
  9. Hologram
  10. Weltschmerz

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ENGLISH

From the very beginning, EYOND THE BLACK have stood for powerful and precise power metal from Germany. The band’s figureheads are frontwoman Jennifer Haben on vocals and keyboards, and the high-calibre band with guitarist Chris Hermsdörfer, who is also responsible for the rough vocal parts, Tobias Lodes on guitar and vocals, and Kai Tschierschky on drums.

This lineup has essentially remained unchanged since 2016, when the young and cheeky Jennifer turned the band upside down. Her bandmates at the time did not want to take the risk of focusing entirely on the music. In the meantime, the young wild child has matured considerably. This has less to do with her age than with her charisma and musical creativity. BEYOND THE BLACK have long since reached headliner status. Well, maybe not for the really big festivals, but for their own tours or co-headliner projects with other bands.
With the release of their new album, they are also kicking off a tour through Europe until mid-February – playing a show in a different location almost every day. In Switzerland, their show will take place on 19 January at the X-TRA in Zurich, and in the summer they will be appearing at the SUMMERSIDE Festival in Grenchen. Other festivals have already been confirmed, including Fullmetal Mayrhofen, the Karmøygeddon Festival in Norway and Metalfest in Czechia.

Now I would like to say a few words about the album – after all, that is the purpose of a review. First of all, why the full score from ten burning headphones? Because the album is not only technically perfect, but also because it delivers an amazing range of stylistic elements and because it bears witness to a clear further development of the German metal band.

This applies to several areas. On the one hand, Chris Hermsdörfer’s rough voice is given much more weight than before. This already brings the opener „Rising High“ to a level that is impressive – especially since Jennifer Haben also shows off a vocal colouring that I have never heard before. Is it possible to speak of a soulful voice in a melodic power metal band? In any case, Haben really lets rip here and shows off her vocal prowess. Then there’s the pretty awesome guitar solo – one of my favourite tracks!

But that’s not the end of the developments and surprises. On the title track, Haben shows beautiful soft parts and one of her vocal facets that hasn’t been so prominent until now. More of that, please!

Then there’s „The Art Of Being Alone“, which leaves me with mixed feelings. Anyone who knows me knows that I’m not very fond of LOTL-Harms. But I admit that his voice corresponds well with Haben’s dark timbre here. There is one tiny criticism of Jennifer’s voice here – in the quiet parts, she sings very low, at what I consider to be her limit or even slightly beyond it. The powerful, epic parts, on the other hand, are – epic. The song is not the best on the album, but it is definitely a hookliner.
I used to be an avowed fan of Le Mystère des Voix Bulgares – a collection of Bulgarian folk songs sung by a women’s choir whose quality is uncanny. BEYOND THE BLACK thus integrate a fascinating ethnic note into the album.
Wait a minute; I just realised that I’m doing something I practically never do – I’m not just mentioning audio samples, I’m going through all the tracks in order. Well…

„Raven“ definitely appeals to my love of anthems with a folk-medieval touch. For some reason, this track reminds me of songs by Eluveitie – fascinating. „The Flood“ doesn’t particularly impress me – it’s middle of the road compared to the rest of the album. When frontwoman Asami of the Japanese band LOVEBITES steps up to the microphone, you quickly know what’s going on. In a duet with Jennifer Haben, „Can You Hear Me“ becomes a haunting track, even if it’s musically typical BEYOND THE BLACK – the two voices really have something special.
Then another surprise that was not to be expected. Jennifer Haben belongs to the tiny minority of Germans who are fluent in French – or at least can pronounce it correctly. Call it my Swiss arrogance or snobbery – it’s just the truth. So much for (La Vie Est Un) Cinéma, Un Cinéma Bizarre.
„Hologram“ is then more of a typical BEYOND THE BLACK track – more filler than killer.

At the very end of the album, Jennifer Haben strips naked. Forgive me for the image, but when a band plants a German tree in an English forest, the masks come off. Then the lyrics take centre stage, nothing can be concealed anymore, because English sounds good even if you don’t understand every word or can’t clearly identify every meaning. „Weltschmerz“ stands in the middle of the vanity fair, leaving little room for interpretation and immediately understood by all German-speaking fans. Whether they will love or hate the track because of this – only time will tell. What it definitely is – a beautiful ballad that gives Jennifer Haben’s warm, dark voice the space it deserves.

Conclusion

„Break The Silence“ is by far the best album by BEYOND THE BLACK. It shows a band that has definitely grown up, matured and reached the highest technical level. This is melodic power metal of the highest quality, and BTB is a band that definitely belongs in the headliner slots. Buy it? What kind of question is that?