Übergriffe und Nazi-Dreck auf Metalfestivals – gibt es das?

Übergriffe und Nazi-Dreck auf Metalfestivals – gibt es das?

Der folgende Beitrag von STRG_F befasst sich mit zwei Themen, welche die Metalgemeinde gerne auch etwas aussen vor lässt; sexuelle Übergriffe und Rechtsextremismus…

Danny Frischknecht

Nicht falsch verstehen; ich bin auch der Meinung, dass die Metallergemeinde offen und nett ist, dass sie inklusiver ist als machen bekennende queer-Community. Und ich bin ebenfalls überzeugt, dass ein Metalfestival für Frauen ein sicherer Ort ist.
Das Team von STRG_F hat sich nun am W:O:A und am SBOA sowie am PARTY.SAN. Die Thematik; gibt es sexuelle Ïbergriffe etwa beim Crowdsurfen und wieviel rechtsextreme Scheisse kann man beim Merch kriegen.
Vorab vielleicht als Relativierung; beim PARTY.SAN lümmeln so 10’000 Leute rum, beim SBOA sind es dann bereits 45’000 und beim W:O:A 85’000 Besucher. Man darf sich also vor Augen führen, dass wir da von mittelgrossen bis grossen Ortschaften sprechen, welche sich ziemlich eng zusammengepfercht auf dem Gelände tummeln. Und damit ist die Frage beantwortet – natürlich gibt es da sexuelle Übergriffe, natürlich gibt es Pfoten, die beim Crowdsurfen an Stellen fassen, wo sie nicht hin gehören. Wir sind uns einig – das ist ein no go und zu verurteilen. Auch wenn jeder Fall traumatisch ist und nicht vorkommen soll – die Zahlen an gemeldeten Übergiffen liegt an sämtlichen Festivals unter 20, die Vergewaltigungen gottseidank „nur“ bei unter fünf Vorfällen. Auchh wenn es eine Dunkelziffer gibt, die wie überall höher sein dürfte – ich meine, dass Metalfestivals damit nach wie vor sichere Orte für Frauen sind.
Was übrigens ebenfalls ein no go und dazu peinlich ist, sind die Girls, welche solche Taten verharmlosen, leugnen oder gar den Betroffenen eine Schuld geben – darüber sollten wir wirklich hinweg sein.

Was mich fast eher erschreckt hat ist die Tatsache, wie leicht man an Merch kommt von Bands, die sich klar antisemitisch, homophob oder gewaltververrlichend benehmen und bekennen – ein aufgeführtes Beispiel sind BURZUM. Dass es Merchhändler gibt, die solchen Dreck im Programm haben, ist absolut daneben. Dass ein Veranstalter bei so vielen Ständen und Artikeln keine sinnvollen Kontrollen machen kann, versteht sich von selbst. Aber dass die Händler keine wirksame Selbstkontrolle hinkriegen, ist unverständlich – insbesondere auch auf ihren Onineshops.

Zieht euch den Bericht rein – der auch Schwächen hat und die Relationen aus meiner Sicht zu wenig gewichtet – und überlegt euch, wie wir als offene und friedliche Community mit solchen Thematiken umgehen sollen.