WACKEN zum Dritten – walk and talk

Im Merchandiserausch – Unterbruch und Ausfälle durch Unwetter Warnung – gute Musik und mein erstes Interview in der Endzeit – was für ein Freitag.

Text Alice Malherbe, Bilder Claudia Chiodi

An diesem Morgen war es grau und es regnete leicht. Für viele wohl ein Grund, länger liegen zu bleiben. Deswegen hörte man wohl den gewohnten Weckruf Song «Guten Morgen Sonnenschein» in unserer Camping Area an diesem Freitag nicht. Zum Frühstück ging’s ins Dorf, wo ausnahmsweise kaum Leute anzutreffen waren. So auch vor dem Wacken Büro und Merchandise Laden. Wo normalerweise zig Leute in der Schlange standen um rein zu kommen, war an diesem Morgen gähnende Leere. Also nichts wie rein in den Laden und das Merchandise ansehen. Dabei blieb es natürlich nicht und so lief ich schliesslich mit einer ganzen Papiertüte wieder raus. Alice im Wacken Merchandiseland und -rausch.

Die erste Band auf unserem Plan war heute QUEENSRŸCHE im Infield. Unterdessen hatte der Regen aufgehört und die Sonne kam sogar zeitweise wieder hervor. Somit standen vor der Bühne auch schon wieder richtig viele Zuschauer.
Im März 2019 hatte die Band das neue und dritte Album mit Sänger Todd La Torre veröffentlicht.

Gemäss Gitarrist Michael Wilton seien die Songs auf «The Verdict» härter und progressiver geworden als auf früheren Alben. Das Publikum brauchte heute – so wie ich selber auch – etwas länger um sich richtig mitreissen zu lassen. Dennoch war die Stimmung gut und die Fans machten mit jedem Lied immer mehr mit. Ein gelungener Start in den Freitag.

Nächster Programpunkt waren EVERGREY – auf der Headbanger Stage. Dort angekommen spielten THE NEW ROSES noch. Ihr mit Blues gemischter Rocksound kam beim Publikum gut an. Für mich waren die Lieder welche ich hörte dann zu sehr auf der Balladen schiene und so konnte ich mich nicht ganz so dafür begeistern.

Als dann EVERGREY endlich an der Reihe war, hatte Petrus wohl gerade schlechte Laune und so wurde das Festival wegen einer Unwetter Warnung unterbrochen. Zurück zum Pressezelt und nach knapp zwei Stunden ging es Musikalisch plötzlich weiter. Irgendwie bekamen wir nicht mit, dass die Warnung aufgehoben wurde. So hörten wir plötzlich den Anfang von BLACK STONE CHERRY, welche gemäss Tageszeitplan noch genau 30 Minuten zu spielen hatten. EVERGREY wurden gestrichen und konnten auch nicht (wie andere Bands) zu einem späteren Zeitpunkt in der Nacht oder am nächsten Morgen spielen, die sie noch am gleichen Abend wieder abreisten.


So gingen wir gleich zur Wackinger Stage zu  den WARKINGS. Diese hatten 2018 ihr Debüt Album herausgebracht was somit auch Thema des Auftrittes war.

«Reborn» als Titel eines Debüt Albums schien auf den ersten Blick etwas verwirrend – aber da sie als wiedergeborene Krieger auftraten – passte es. Einer nach dem andern kam auf die Bühne und wurde in seiner Rolle als Wikinger, Kreuzritter, Spartaner und römischer Tribun vorgestellt. Es verstand sich von selbst, dass jede Rolle durch entsprechende Kostümierung sowie passender Bühnendekoration, unterstrichen wurde.

Das Publikum wartete bereits zahlreich und dem fleissigen mitsingen, dem schreien des Ahu Schlachtrufes und den fliegenden Haaren nach zu urteilen – hatten die WARKINGS bereits eine ansehnliche Fangemeinde.

Der Sound war solider melodischer Power Metal. Potential und Talent war vorhanden aber es bestand noch Luft nach oben.

Beim Song «Sparta» heizte die «Queen of the Damned»  als Gastsängerin dem Publikum ordentlich ein. Mit ihrem Growl Gesang und seiner eher klaren Gesangsstimme mal Kontrastprogram. Übernimmt sonst meist die Frau den klaren Gesangspart.

Die nächste Station war der Beergarden Stage mit JARED JAMES NICHOLS. Nachdem ich einen Teil seiner Show bereits am Rock The Ring gesehen hatte – musste ich mir den Gitarren Virtuose noch einmal anhören. Während wir also auf seinen Auftritt warteten lief der Song «Crazy for you» von DAVID HASSELHOFF in Dauerschleife. (Wie sich herausstellte – war das wohl der einzige Song welcher vier Tage lang, während des Bühnenumbau, lief).

Nachdem wir mit Schrecken erste Anzeichen des negativen Ohrwurms feststellten – erlöste uns JARED JAMES NICHOLS rechtzeitig davor Langzeitschäden zu bekommen.

Auch die Sonne traute sich wieder vermehrt hervor und so konnten die anwesenden Zuschauer das Konzert in angenehmer Atmosphäre geniessen.

Auch diesmal nahm JARED JAMES NICHOLS die Bühne sowie die Zuschauer für sich ein. Gut gelaunt und voll in der Musik aufgehend spielte er mit seinem Schlagzeuger und Bassisten (ein anderer als noch am Rock The Ring) die Songs von Blues bis Rock. Einmal mehr war ich von seiner Performance beeindruckt und war da nicht die Einzige.

Nach dem Konzert hätte ich eigentlich ein Interview mit ihm gehabt, dass dann aber leider wegen eines Unfalls auf der Backstage Strecke von der Bühne zum Pressebereich abgesagt wurde. Schade – hatte ich mich doch sehr darauf gefreut.

Zeit um dies lange zu bedauern blieb mir aber nicht – denn MONSTAGON hatten sich ebenfalls bereit erklärt mir Rede und Antwort zu stehen und so fand mein erstes Interview mit den Gefährten aus der Endzeit resp. dem Wasteland statt. (das Interview folgt in kürze).

Während ich auf MONSTAGON wartete, durfte ich noch englisch VIP Gäste darüber aufklären, warum der deutsche Satz «Du hast schöne Möpse» nicht zwingend ein guter Spruch war um mit Frauen ins Gespräch zu kommen. Nach der Übersetzung ins englische war dann auch ihnen klar, dass sie reingelegt wurden.

WITHIN TEMPTATION sahen wir diesen Sommer auch schon zum zweiten Mal. Das erste Mal am Greenfield – direkt nach dem Gewitter und im Regen stehend.

Diesmal war’s trocken und so liessen sie es beim dritten Song auf der Leinwand «regnen».

Auch in Wacken begeisterten sie Ihr Publikum und sorgten für gute Festival Stimmung.

Die Sängerin zog die Menschen mit Ihrer Stimme und Ausstrahlung in ihren Bann und die Musik übernahm den Rest. Einmal mehr überzeugten WITHIN TEMPTATION musikalisch und mit ihrer Bühnenperformance.

Wer DEMONS AND WIZARDS im Z7 dieses Jahr verpasst hatte – konnte das in Wacken nachholen (https://rocknews.ch/?s=Demons).

Da es bis fast zu zwei Jahrzehnten dauern kann bis man wieder in den Genuss kommt das «Nebenprojekt» von Hansi Kürsch und Jon Schaffer live zu sehen – musste man die Chance nutzen. In Anbetracht der Massen welche sich im Infield versammelt hatten – war ich nicht die einzige die das so sah.

Mit ihrem Mix aus Power Metal mit melodischem Einschlag, inkl. vier stimmigem Chor, begeisterte das Publikum. Die Friedhofs Deko, die Pyrotechnik sowie die gute Laune der Musiker trugen ebenfalls dazu bei, dass es eine mehr als gelungene Show wurde.

Sie versprachen, die Fans nicht mehr ganz so lange warten zu lassen – man kann es nur hoffen.

NASHVILLE PUSSY sind eine Hardrock Band mit teils provozierenden Texten und zwei talentierten Frauen – an der Gitarre und am Bass. Beide mit einer so massiven Energie ausgestattet – dass sie den Frontman locker an die Wand spielen und den Beergarden Stage Bereich mal etwas aufmischten.

Nach einigen Liedern ging es dann aber auf zum nächsten Konzert – nein nicht zu SLAYER – über die würden ja eh alle berichten. Wir entschieden uns für die History Stage resp. für CRAZY LIXX.

Ja, jaaaa schon wieder eine Band aus Schweden… aber was können wir dafür, dass es dort von guten Bands nur so wimmelt? CRAZY LIXX sind nur eine davon. Mit ihrem 80er Jahre Hard Rock Sound (beeinflusst durch DEF LEPPARD, ALICE COOPER, MÖTLEY CÜE und Co.) nehmen sie Ihre Fans mit auf eine Zeitreise zurück in die Zeit des Hair- und Glam-Rock und bringen die Musik sowie das Feeling dieser Zeit authentisch und erfolgreich rüber.



THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA (jep gleich nochmals Musik aus Schweden) begleiteten uns sozusagen für ein paar Stücke auf unserem Weg ins Zelt. Ein weiterer Tag in Wacken neigte sich dem Ende zu.

Weitere Bilder

ANTHRAX on Faster Stage

CRADLE OF FILTH on W:E:T Stage

OPETH on Faster Stage