VOLBEAT lassen das Hallenstadion erbeben

BAD WOLVES, SKINDRED und VOLBEAT – so lautete das Lineup an diesem Abend – eine etwas durchzogene Konzertbilanz

Bilder und Text Danny Frischknecht

Ein wenig war ich erstaunt, als sich am Seiteneingang des Hallenstadions gerade einmal drei Fotografen einfanden – die Kollegin, die direkt für das Hallenstadion fotografiert inklusive. Später erfuhr ich dann, dass zeitgleich PORCUPINE TREE im THE HALL spielten. Hätte man auch hingehen können – war aber nur eine mittelgute Idee, wie ich später erfuhr. Der Fotograben war dort nämlich der Balkon/die Galerie. Da hatten wir es in Hallenstadion doch deutlich komfortabler – zu dritt im Fotograben, der zudem um einen runden Catwalk ging – paradiesische Verhältnisse geradezu.

Hingegen habe ich mich schon gefragt, wer dieses Lineup zusammengestellt hat. Insbesondere SKINDRED, die Reggae-Metal-HipHopper um Sänger Benji Webbe schien mir nicht so am richtigen Platz. Je nun, das war nicht zu ändern.

BAD WOLVES

Ich war sehr gespannt, hatte ich die Truppe doch zuletzt vor Corona gesehen und zwischenzeitlich war Sänger Tommy Vext aus der Band entfernt und Daniel Laskiewicz neu eingesetzt worden. Gleich zu Beginn – ich war enttäuscht! Aus welchen Gründen auch immer die Truppe sich von Vext getrennt hatte – Laskiewicz ist kein ebenbürtiger Ersatz. Der Sänger hat weder die musikalische Qualität seines Vorgängers, noch annähernd dessen Charisma. Seine Schwächen zeigten sich nicht nur, aber besonders bei „Zombie“. Wer als Sänger bei einer Band einsteigt, deren bisher grösster Erfolg genau dieses CRANBERRIES-Cover ist, sollte damit reüssieren. Das gelang Laskiewicz nicht und auch während dem Rest des Sets überzeugte er mich in keinster Weise. Sorry Wölfe, aber da habt ihr euch den falschen Sänger geangelt. Und da der Fronter bei dieser Band doch sehr zentral ist, vermochte mich die Band während ihrer guten halben Stunde Spielzeit auch so nicht zu begeistern. da die Band auch bühnentechnisch nicht viel bot, blieb auch der Fotorausch aus. Schade

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SKINDRED

SKINDRED haben mir vor Jahren am GREENFIELD-Festival ein fotografisches Erfolgserlebnis beschert. Damals gelang mir eines meiner besten Bilder, in welchem sich das Publikum in der Brille des Frontmannes Benji Webbe spiegelte. Danke dafür! Musikalisch habe ich die Band damals nur am Rande wahrgenommen und bis heute kaum mehr gehört. Und als Supporter von VOLBEAT? Ich persönlich fand sie eine Fehlbesetzung. Ausser man will, dass die Supportband nicht erfolgreich ist, damit der Headliner dann umsomehr erwartet und gefeiert wird. Das hingegen haben VOLBEAT schlicht und einfach nicht nötig. Fotografisch machte die Truppe auch nicht viel her. Webbe ist zwar in mehrfacher Hinsicht eine farbenfrohe Figur, leider ist er nur einmal den Catwalk entlanggeschlurft und hat sich dann mit seinen Kumpels auf der Hauptbühne platziert und sich dann nicht mehr dort wegbemüht. Das war dann so ähnlich wie „front of house“, also vom Mischpult aus. Weder der Auftritt, noch die musikalische Qualität konnten mich überzeugen. Das mag daran liegen, dass mich die Musik der Band noch nie sonderlich interessiert hat und ich deswegen klar nicht zur Fanbase gehöre. Entsprechend ist auch mein Bericht zu relativieren – den Fans dürfte es gefallen haben.

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VOLBEAT

Ich habe VOLBEAT einmal als die „härteste Partyband“ bezeichnet und Sänger Michael Poulsen hat es mir nicht übelgenommen, sondern es als Kompliment aufgefasst. Er meinte dazu, dass genau das für VOLBEAT zentral sei; die Leute unterhalten und gemeinsam Feste feiern. Das bedeutet aber nicht – und war auch von mir nie so gemeint – dass VOLBEAT keineRock- und Metalband sind. Im Gegenteil, die Dänen wissen, was ein Brett ist, können fette Riffs und knallende Drums. Jon Larsen beweist bei jedem Auftritt, dass er es kann, dass er den Beat hat und den Drive, um seine Kollegen vorwärts zu treiben, ihnen Druck zu machen. Auch Gitarrist Rob Caggiano muss sich längst nicht mehr als Hartmetaller beweisen, schliesslich spielte er jahrelang bei ANTHRAX und werkelte als Toningenieur bei MOTÖRHEAD oder JUDAS PRIEST.
Was VOLBEAT wie nur wenige schaffen – sie verbinden harte Riffs mit melodiösen Hooklines, bewegen sich zwischen Rockabilly und Powermetal, ermuntern ebenso zum Headbangen wie zum Tanzen.
Einmal mehr haben sie diese Fähigkeiten im Hallenstadion unter Beweis gestellt. Innert Minuten hatten sie das Publikum im Griff, spielten einen Ihrer Hits nach dem anderen – bei einer Setlist von fast zwanzig Tracks wundert es nicht, dass dabei ältere Songs wie „Lola Montez“, „The Devils Bleeding Crown“, „Lonesome Rider“ oder „Dead But Rising“ ebenso Platz fanden wie Nummern vom letzten Album wie „Wait A Minute My Girl“, „Temple Of Ekur“ oder „Shotgun Blues“. Bei den Zugaben durfte dann auch der VOLBEAT-Überhit „For Evigt“ nicht fehlen.
Neben der musikalischen Qualität beeindruckte mich die visuelle Umsetzung. Da gab es „psychedelische Leuchtbilder“ ebenso wie Zeichentrickfilme, mehrere Kameras zauberten auch die Bandmitglieder in verschiedensten Varianten auf die grossen Projektionsflächen. Besonders spannend wirkten Bilder, in welchen sich das echte Bühnenbild mit den Projektionen vermischten.

VOLBEAT wurden ihrem guten Ruf mehr als gerecht, das Hallenstadion bebte und tanzte, die gute Stimmung war greifbar. Oder wie Alt-Bundesrat Ogi sagen würde: „Freude herrscht!“

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Fazit

Der gesamte Abend stand für mich klar im Zeichen der dänischen Headliner – BAD WOLVES und SKINDRED waren für mich eher fehl am Platz und deutlich unter den Erwartungen. Am Ende spielte das aber keine Rolle, sämtliche Scharten der Support-Acts wetzten VOLBEAT aus – ein gelungenes Konzert!