„Torch Of Rock’n’Roll“ von THE MIGHTY ONE schlägt auf

THE MIGHTY ONE sind neben ARCH ENEMY oder DANK JONES und deutlich vor NICKELBACK ein heisser Rock-Export aus Kanada. Jetzt lassen sie ihr neuestes Raubtier „Torch Of Rock’n’Roll“ auf die Menschheit los.

Danny Frischknecht
4.5 von 5

Hardrock – Heavymetal aus Kanada zuhause bei CMM/SAOL

english version below!

Mit „Torch Of Rock’n’Roll“ liefert das kanadische sein drittes Album ab – und definitiv sein Bestes. Tim Steinruck, Sänger und Gitarrist liefert mit seinen Kompagnons Gustavo Valderrama am Bass und Bob Wagner an den Drums erneut ein kräftiges Stück Musik ab.
Tim Steinruck war schon vor THE MIGHTY ONE unterwegs, ursprünglich mit seiner Band UNCHAINED, mit der er einen Vertrag mit dem grossen Label Polygram hatte. Leider zerschlug dann das Aufkommen des Grunge in den neunziger Jahren und die damit verbundene Talfahrt von Rock und Metal seine Karriere. Die Zweitausender brachten die Kanadier aber zurück auf die Rockbühnen, mit „Shift“ und „The Mighty One“ erschienen dann zwei kräftige Alben, welche das Potenzial der Band mehr als andeuteten.
Jetzt erscheint mit „Torch Of Rock’n’Roll“ das dritte Machwerk.

Was bietet das Album nun? Einerseits zehn Nummern besten Hardrock und Metals. Ein ziemlich fettes Riffing, Bass und Drums sind treibend und knackig.
Textlich arbeitet Steinruck wie gewohnt sich selber oder seine Erfahrungen mit dem Leben auf – ein ziemlich persönliches Album also. Damit dürfte Steinruck ein ziemlich tougher Junge sein, denn so ist die Scheibe – etwas vom Besseren, das mir dieses Jahr auf den Tisch geflattert ist.
Und ja, es gibt einige Tracks, die hervorstechen. Zum Einen der Titeltrack mit einem Einstieg, der in seiner beinahe schleppenden Art beinahe etwas doomig daherkommt. Was sich dann aber an melodischer Qualität in den mehrstimmigen Gesangsparts offenbart, hat nichts mit schwarzen Gedanken und Breakdowns der düsteren Art mehr zu tun – es zeigt die Kreativität eines erfahrenen Musikers – und beschreibt nichts weniger als seine Lebensgeschichte als Musiker. Diese Geschichte führte ihn übrigens ziemlich direkt zu KISS und Paul Stanley, welcher die Band denn auch bei der Arbeit an den Alben unterstützte. Was THE MIGHTY ONE abliefern ist jedoch aus deutlich härterem Stahl als jenes der Maskenmänner. „Disruptor“ zeigt ziemlich deutlich, was ich meine – der Track gibt Gas und lässt Drummer Bob Wagner genügend Raum, um sich ordentlich auszuleben. Wagner ist eine ziemlich präzise und druckvolle Rhythmusmaschine, die keine Müdigkeit aufkommen lässt. Chillen scheint nicht das Ding der Truppe zu sein.
Oder doch? Mit „Kickin‘ Stones“ liefern die Männer dann doch noch eine hübsche Power-Ballade aus – allerdings auch diese von der fetteren Herangehensweise.

Fazit

THE MIGHTY ONE sind für mich eine deutlich unterbewertete Band, was ihre Bekanntheit anbelangt. Das Trio müsste auch in Europa stärker auf den Bühnen präsent sein. Wollen wir einmal hoffen, dass sie nach Covid den Sprung über den Teich schaffen und bei uns das eine oder andere Festival aufmischen.
Bs dann gibt es nur eines; „Torch Of Rock’n’Roll“ kaufen – oder gleich alle drei bisherigen Scheiben!

Cover und Tracklist

1. Coming On
2. Torch Of Rock And Roll
3. So High
4. Disruptor
5. Burden
6. Master Of Reality
7. Darker Side Of Me
8. My Garden
9. Kickin’ Stones
10. When This Is Over

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