ØLTEN mit „Ambiance“ seit anfang November

Da habe ich mir mal wieder ein Ei sondergleichen gelegt. Warum muss ich auch immer das Gefühl haben, Schweizer Bands bevorzugt behandeln zu wollen…

Text: Danny Frischknecht
Alternative/Sludge-Rock-Metal aus der Schweiz zuhause bei Hummus Records.


Die Band


„Aus dem Schweizer Jura, der an sich schon die Wiege der mechanischen, uhrmacherischen Präzision ist, kommend, folgen die Jungs aus ØLTEN ihren Wurzeln bis ins Mark. Eine Gitarre, ein Bass und ein Schlagzeug reichen aus, um sich auf den Weg ins Tal zu machen und seit 2012 durch Steine und Felsbrocken zu schleifen.“

Was genau fange ich mit einem solche Text an? Korrekt, das ist ein Trio, einen Sänger braucht es nicht, weil die Band nach eigenen Aussagen „Heavy Rock Porno Sludge Instrumental“ macht. Ist auch wieder so ein Ding – dann lieber keine Genrebezeichnung als eine, die alles offen- und jeden Mix zulässt. Ich habe das Album beim Hören ziemlich stark in eine doomige Ecke ohne Growl und Breakdowns platziert. Ich weiiisss, dass das Niemanden weiterbringt – aber es beschreibt das, was ich mit der Musik anfangen kann.
Mehr zu den Mitgliedern? Christophe Macquat – Gitarre und Synthesizer, Sébastien Bandelier – Bass und Marc Theurillat – Schlagzeug – soweit so gut.


Das Album


Kommen wir also zu des Pudels Kern, der Musik der Jungs aus dem „Watch Valley“. Wie schon gesagt, eine Einordnung ist ziemlich schwierig. Und es ist ziemlich schwierig für mich zu sagen, ob und wie mir der Sound gefällt.

Klar ist; die Jungs spielen zumeist laut und heftig, vorwärts ohne Rücksicht. Teilweise steckt da Hardcore-Power drin, teilweise Metalriffs und -groove.

Auch klar ist; der Sound ist im weitesten Sinn intellektuell, trotz der Härte etwas abgehoben und mir persönlich zu wenig abwechslungsreich. 

Schräg; ich habe bei jedem Track auf Gesang gehofft – obwohl ich natürlich gewusst habe, dass die Band ausschliesslich instrumental funktioniert. Vielleicht ist das mein Hauptproblem bei der Musik – sie ist mir zu dicht, zu kompakt. Ich hätte mir mehr Luft, mehr Lockerheit, mehr Leichtigkeit gewünscht – das geht nämlich auch bei Metal und Hardcore.


Fazit


Damit man mich und meine 3,5 von 5 möglichen Punkten richtig versteht; die Jungs können Musik, beherrschen ihre Werkzeuge auf hohem Niveau, haben was drauf, was das Composing anbelangt.
Eine höhere Bewertung würde bedeuten, dass mich das Album anspricht, mitreisst, meinen persönlichen Geschmack trifft – und das tut es halt nicht.

Wer auf CULT OF LUNA oder NEUROSIS steht, ist hier wohl besser bedient.


Tracklist 


1. Igelkott
2. Raus
3. Klark
4. Lied
5. Gover
6. Sludge
7. Popoutro
8. Pope


Online


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