Kennst du schon? THE PEACOCKS

Als energiegeladene Spielfreude würde ich einen Auftritt der Peacocks beschreiben. Anspieltipps gäbe es bei neun Alben eine Menge – aber ich habe mich für „Black Void“ aus dem Album „Flamingo“ entschieden.

Alice Malherbe

RockNews: Dreissig Jahre Bandgeschichte, neun Alben und bekannt für energiegeladene Konzerte. Woher bekommt Ihr Eure Inspiration für Euren Rockabilly Sound mit Punk und Rock Elementen und für Eure Texte? 

Hasu: Mein Leben bietet an sich genug an Schmerz, Freude, Chaos und Problemen.  Auch mein näheres Umfeld ist nicht gerade untätig. Da gibt‘s immer wieder Geschichten, Menschen und Schicksale.
Ich sitz auch gerne mal für ein paar Stunden einfach so da und aktiviere das Kopfkino oder hänge meinen Tagträumen nach. Beobachten geht auch, ob in Kneipen oder an Bahnhöfen, da kommt immer etwas bei raus. 
Sich von anderen Künstlern inspirieren lassen ist natürlich auch eine Möglichkeit. 

Es hat allerdings alles schon auch etwas von arbeiten. Aufstehen, Kaffee, Kippe und loslegen. Einfach mal Dinge aufschreiben. Gedanken, Sätze die man irgendwo gelesen oder aus Songs aufgeschnappt hat. Bin ich erst mal drin in dem Modus, wird’s zweitweise fast ein wenig manisch. Dann sind irgendwann die Notizbücher voll mit Buchstaben und überall liegen Zettel rum. Vieles ist dann halt auch Mist, banal oder einfach unbrauchbar. Aber wenn dann ein Song einen konkreten Text braucht, guck ich mir an was da mal notiert wurde.

Musikalisch haben wir uns ja schon vor Ewigkeiten von stilistischen Zwängen freigeschwommen. Wir machen uns da gar nicht so die grossen Gedanken. Da ist eine Melodie, ein Grundgerüst, Strophe, Bridge, Chorus ballaballa und halt unsere 3 Instrumente sowie unsere musikalischen Fähigkeiten oder Limitierungen. Ein paar Gedanken zu möglichem Rhythmus und Tempo. Und dann kommt was bei raus. Ob das dann für den Hörer was mit Punk,  Rockabilly oder Jazz zu tun hat – liegt am einzelnen Zuhörer und nicht in unserer Absicht.

RN: Ist die Musik für Euch auch eine Art Ausgleich zum Alltag? Wie sehr fehlt Euch dieser Austausch / Ausgleich momentan? Wie kompensiert Ihr das?

Hasu: Mein Alltag ist die Musik. Ausgleich ist Arbeit, Radsport, Fussball, Kneipe und all so was. Da wir momentan eine neue Platte produzieren, geht es gerade noch. Konzertentzug wird aber gerade immer heftiger. Einen Balkon habe ich nicht und mich selber filmen mag ich auch noch nicht.

RN: Wie ist es – nicht zu wissen wann Ihr endlich wieder auf die Bühne könnt? Nutzt Ihr diese Zeit um neue Songs zu schreiben? 

Hasu: Genau, wir sind, wie erwähnt, daran eine neue Platte zu produzieren und das „Nicht-Wissen-wann-wieder“ nervt schon gewaltig.

RN: Wie können Eure Fans Euch unterstützen? 

Hasu: Ich hoff sie vergessen uns nicht und kommen wieder an unsere Konzerte – wenn man dann wieder kann. Viel streamen, dann gibt es Nullkomma gar nicht mal soviel Rappen pro so und so, aber trotzdem schön. Oder uns bei SRF3 wünschen? Geld aufs Konto einzahlen wär schon hilfreich. Lebe momentan auf Pump.

RN: Welche Songs / Interpreten begleiten Dich Zurzeit durch den Tag? 

Hasu: The Replacements, Mattiel, Jamie T, Max Muhlheim, Asozial Crimpshrine, Kate Tempest, Crazy Cavan, Fugazi, Sleaford Mods

RN: Wenn Ihr Euer eigenes «Sing meinen Song – das Tauschkonzert» Zusammenstellen könntet – welche 6 Sänger/innen würdest Du dazu einladen? 

Hasu: Was? Bin nicht sicher ob ich das will. Scheint mir kein gutes Konzept. Lokale Bands aus dem Freundeskreis in der Kneipe vielleicht – oder Bruce Springsteen, Kathleen Hanna (Bikini Kill) oder so? Hhmmmm. 

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