KAMPFAR und CO. – schwarzes Eisen im HALL OF FAME –

Nicht nur das Licht war dunkel – drei Black Metal Bands haben das HALL OF FAME aufgemischt.

Bilder Sergio Brunetti, Text Sergio Brunetti | Danny Frischknecht

Die Meinungen über Black Metal gehen ja deutlich auseinander – meist ist es so; man mag ihn total oder gar nicht. Im Wetziker HALL OF FAME hatte man letzten Montag Gelegenheit, drei Exponenten dieses Genres auf der – weitgehend relativ dunklen – Bühne zu sehen.

Der Publikumsaufmarsch bewies, dass diese Stilrichtung durchaus auf eine gesunde Fanbase zählen kann. Auch wenn insbesondere die norwegische Band TAAKE umstritten sind, den Leuten gefiel der Abend.

Eröffnet wurde das Konzert durch die Holländer HELLERUIN. Besonders taten sich Sänger Niels Kuiper alias Carchost und sein Drummer hervor. Er überzeugte durch ein knallhartes uns sehr schnelles Spiel – das ist zwar ein Markenzeichen des Genres, diese Präzision und das Tempo sind jedoch aussergewöhnlich.

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Mit TAAKE betrat eine Band die Bühne, welche in der Metalszene sehr umstritten ist. Das hat insbesondere mit dem einzigen Gründungsmitglied Ørjan „Ulvhedin Hoest“ Stedjeberg zu tun, welcher in der Vergangenheit mit Gewaltexszessen und der Provokation mit Nazisymbolen auffiel und für sein Verhalten auch schon verurteilt worden war. Das führte dazu, dass Touren und Festivalauftritte der Band mehrfach abgebrochen wurden – einmal anscheinend auf Grund von Druck durch die Essener Thrasher von KREATOR. Diese Verfehlungen liegen allerdings alle Jahre zurück und es scheint, dass Hoest ruhiger und sanfter geworden ist – mit Ausnahme seiner Musik. Das Konzert im HOF zeigte eindrücklich, dass die Band nach wie vor kraftvoll und „ausserirdisch“ auftritt.

https://www.facebook.com/taakeofficial/

Den eigentlichen Höhepunkt des Abends stellten KAMPFAR dar – ihres Zeichens Teil der Speerspitze des schwarzen Metalls. KAMPFAR nehmen für sich in Anspruch, keine reine Blackmetal-Band zu sein, sondern hier die Genres Black und Pagan Metal zu vermischen. Seit 2017 fiel die Band auch dadurch auf, dass sie zweimal bekanntgab, keine Konzerte mehr zu geben. Anscheinend waren das weder 2017 noch 2019 keine ausgegorenen Entscheide. Wie der Gig im HOF und die gesamte Europatour zeigt, ist die Band noch fröhlich auf der Bühne unterwegs. Auch in Wetzikon spielten gross auf. Sie überzeugten mit einem kompakten und energetischen Auftritt, ganz so, wie es die Fans von der Band gewohnt sind und lieben.

http://www.kampfar.com/

Insgesamt zeichnete den Abend aus, dass viel Publikum anwesend war, die Bands ihr Bestes gaben und wie das HOF-Team wie immer für einen reibungslosen Ablauf und die typische Stimmung und das coole Ambiente sorgten. HOF Wetzikon – immer wieder eine lohnenswerte Adresse.