IONIC – musikalische Salamitaktik

Mann Jungs, was glaubt ihr eigentlich? Ich schreibe sieben Monate lang an einer Review?

Danny Frischknecht

Da schickt also diese „New Rockband from Zurich Switzerland“ drei Tracks einer EP. Also, die EP hat jetzt nicht nur drei Songs, sondern eigentlich sieben, aber eben erst, wenn die alle veröffentlicht sind. Oha!
Gut ARCH ENEMY haben da so was ähnliches gemacht – allerdings haben sie vorab zum letzten Album in regelmässiger Folge jeweils ein Video gepostet.
INOIC lassen es somit etwas ruhiger angehen. Im September ist der erste Track „The Stand“ erschienen, im Oktober „Skyline“ und vor einigen Tagen „At Sea’s End“. Womit hier also erst ein Teil der EP vorliegt und ich mir keine Punktevergabe erlaube.

Nichts destotrotz kann man was zur Musik sagen. Die Jungs nennen ihren Sound Indie-Rock. Endlich wieder einmal eine Band mit Rocksound, die Indie-Rock macht. Ansonsten ist diese Genrebezeichnung in den letzten Jahren ja völlig vor die Hunde gekommen. Jede Mainstream-Pop-Rock-Band macht „Indie“, sobald sie eine leicht verzerrte Gitarre im Repertoire haben. Da gehen IONIC einen deutlichen Schritt weiter.

Michael Frei (Vocals, Guitar), Lars Walser (Guitar, Backing Vocals), Oliver Graf (Bass) und Andy Waar (Drums, Backing Vocals) bekennen sich zu Indie, wie es früher verstanden wurde:
„IONIC ist mehr als eine Band; sie ist ein Zeugnis für den reinen, unverfälschten Geist des Indie-Rock. Ihr Sound ist ein Liebesbrief an alle Musikliebhaber, eine Hommage an die Zeiten, als es in der Musik noch um die Melodie, den Rhythmus, die Texte und das Herz ging. Sie laden dich ein, sie auf dieser unglaublichen Reise zu begleiten, die authentische, rohe Kraft der Indie-Rock-Musik zu erleben und ein Teil ihrer ständig wachsenden Familie von Fans zu werden, die Musik lieben, leben und atmen.
Erlebe mit IONIC das Echo des reinen Indie-Rocks. Sie spielen nicht einfach nur Musik, sie lassen eine Bewegung wieder aufleben.“

Klar, das ist der Promotext der Band, und sie hängen ihre Message schon ziemlich nah an die Sterne – aber sie bekennen Farbe, sagen, was sie wollen und stellen sich damit auf den Prüfstand.

Jetzt kommt es halt etwas darauf an, wie man Indierock definiert, um zu beurteilen, inwieweit IONIC den Sternen nahe sind. Die gängigen Definitionen liegen ja irgendwo zwischen den Rockbands der Siebziger- und Achtziger Jahre, welche bei sogenannten Independent-Labels waren bis hin zum Grunge der Neunzigerjahre und dann eben der Definition seit Beginn der 2000er-Jahre, die praktisch alles in diesen Einkaufskorb warf, das nett anzuhören war und sonst nicht zugeordnet werden konnte.

Ich halte den Sound von IONIC nach meiner Definition für echten Indie-Rock, der auch ziemlich nahe an Grunge heranreicht. Ich versteige mich jetzt einmal soweit, dass ich hier Musik höre, die musikalisch von den grossen Grungebands wie NIRVANA oder PEARL JAM inspiriert worden sein dürfte – oder den sich daraus entwickelnden Truppen wie die FOO FIGHTERS.
Es sind schwere Gitarrenriffs, eine dunkle Stimme, welche IONIC definieren, gut hörbar bei „At Sea’s End“, ebenso dieses Tempo, das sich immer knapp vor dem Schleppen halten kann. Die Stimmung bei „Skylie“ ist dann deutlich leichter, hier klingt Michael Frei verdammt nahe an Dave Grohl – im positiven Sinn, denn weder wirkt das Ganze gespielt noch als Kopie. Der klingt einfach so – und er klingt gut.
„The Stand“ ist dann die brachialste der drei Nummern – mein persönlicher Favorit. Ich hoffe, die Jungs haben mehrere Nummern diesen Kalibers auf ihrer Scheibe. Wenn ja, wird das Album ein richtiger Kracher – also bitte Männer!

IONIC erfinden keinen komplett neuen Sound, aber was sie spielen ist stark, roh und identisch – ich kaufe den Zürchern jeden Ton ab und mag diese unverfälschte Art und Weise – das klingt einfach ehrlich. Anhören kann man sich die bisherigen Tracks übrigens hier: https://mx3.ch/ionic.

Oder den Teaser zu „At Sea’s End“ hier:

Online

https://ionic.band/
https://www.instagram.com/ionic.band/