HEAVYSAURUS – ihr Kinderlein kommet…

HEAVYSAURUS – ihr Kinderlein kommet…

Für einmal war DAS ZELT in WInterthur Schauplatz eines etwas anderen Rockkonzertes.

El Jefe

Die deutsche Band HEAVYSAURUS begeistert seit Jahren nicht nur Kinder mit ihrem Programm. Die fünfköpfige Truppe hat sich die Nachwuchsförderung im Bereich Rock und Metal auf die Fahnen geschrieben. Das bedeutet also mehr als „nur“ Konzerte für Kinder.

Gleich zu Beginn des Konzertes wurde etwas klar; es kann auch etwas leiser sein als an einem „echten“ Metalkonzert. Laut genug war der Sound immer noch und leider haben nicht alle Eltern begriffen, dass in Kinderohren in jedem Fall Gehörschutz sein muss, zumindest als „Stöpsel“, noch besser als Pamir. Hier wäre den Veranstaltern zu raten, Gehörschutzstöpsel zur Verfügung zu stellen, gut zu platzieren und entsprechend zu bewerben. So ist das nämlich bei Metalkonzerten für Erwachsene längst üblich – zumindest in der Schweiz.

Ansonsten haben die Veranstalter aber alles richtig gemacht. Gutes Catering beim Eingang, eine grosszügige Bar und viel Platz im Foyer, wo auch das Merch erworben werden konnte.
Im Zelt – das maximal 2000 Personen fasst – gab es dann den Kids Pit vor der Bühne – für Erwachsene verboten. Diese mussten sich im normalen Pit verteilen oder auf den Tribünen Platz nehmen. Dass dort Tische hingestellt wurden, war praktisch. Nach meiner Schätzung waren ca. 600 Gäste in klein und gross anwesend – was für einen sonnigen Sonntagnachmittag in Winterthur nicht schlecht ist. Dass die Band sich auch andere Dimensionen gewohnt ist – selbsterklärend, wenn man am SUMMERBREEZE oder auf WACKEN spielt. Satte 200 Shows absolviert die Band pro Jahr.

Wer nun denkt, dass eine Metalband für Kinder nicht so richtig abgeht, täuscht sich. Was da auf der Bühne geboten wurde, waren heftige Brumblasts und fette Gitarrenriffs, rockiger Gesang, Keyboards und natürlich ein leicht verpeilter, stets hungriger Bassist. Zudem spielen da nicht nur männliche Dinos und ein Drache auf, an den Keyboards steht mit Milli Pilli ein ausgewachsenes Dinomädchen. Und Mut hat sie zudem, singt sie doch einen hart am Genrerand schrammenden Dosco-Metaltrack als Solistin.

Die Show selber ist ein wenig wie STEEL PANTHER – zwischen den Songs wird gequatscht. Nicht ganz soviel wie bei den Amis und auch keine „dummen“ Sprüche, sondern Hinweise zu und Brücken zwischen den Songs. Dabei geht es um Themen wie Toleranz und Achtsamkeit, darum, dass man sich gegenseitig hilft und Rücksicht aufeinander nimmt. HEAVYSAURUS haben auch eine pädagogische Message.

Und die Crowd? Wenn man sich die Sache von etwas weiter hinten ansah, konnte man den lebendigsten Teil des Publikums nicht sehen – die Kids in den ersten Reihen waren schlicht zu klein. Von vorne oder von der Seite war dann aber klar, dass die Post dort abging, dass die Jungs und Mädchen ihren Eltern zeigten, wo der Metalhammer hängt. Dass die Metalfamilie eine tolerante Truppe ist, eine Familie quasi, zeigte sich auch dort. Vom adretten Dreijährigen bis hin zum Vorteenie mit Kutte gab es alles – und alle gehörten dazu.

Kurz und gut. An diesem Sonntag fand in Winterthur eine rund 75 Minuten dauernde Show statt, die bestimmt dafür sorgte, dass einige Kids hier Musik hörte, die sie so nicht gekannt hatte, die sie zukünftig aber öfter hören würde.
Nachwuchsförderung? Check!

HEAVYSAURUS spielen im Zelt noch an verschiedenen Orten

12.04.26 Zürich
18.04.26 Uster
09.05.26 Pratteln (beide Shows ausverkauft!)
16.05.26 Wohlen
17.05.26 Zofingen
30.05.26 Genf
31.05.26 St.Gallen
08.11.26 Solothurn
30.12.26 Bern