GREENFIELD day two – what the fuck!

GREENFIELD day two – what the fuck!

Manchmal ist der zweite Tag der schlechteste – falls der dritte besser wird…

El Jefe

Also, das betrifft jetzt weder die Stimmung noch die Veranstaltung an sich. Wenn du aber in den Medienbereich kommst und auf die Bandliste schaust und da schon steht, dass der Headliner BAD OMENS keine Fotografen zulässt, dann bist du schon gehörig angepisst. Dann wird dir aber klar – selbes Management wie PRESIDENT. TIK TOK Stars scheinen die Denkfehler am selben Ort zu haben.

Aber zuerst zum Erfreulichen. Das fängt an mit HYRO THE HERO. Nicht gekannt und sieht lustig aus. So ganz der Hip Hopper mit rosa Kopfbedeckung. Und dann legt da ein Metalcorer los. Musikalisch jetzt nichts wahnsinnig besonderes, aber stimmungsmässig – wow. Da hat jemand Spass, dass er hier spielen darf. Hat Spass daran, dass gar nicht so wenige Leute vor der Bühne stehen und ihm zujubeln. Soviel Spass, dass ihm das Mikro aus den Händen fällt, dass er mit dem Mikrokabel fast den Kollegen am Bass stranguliert und soviel Spass, dass er zu einem Security runtersteigt und ihm die Hand gibt. So muss das eigentlich sein und davon könnte sich manche „grosse“ Band etwas abschneiden.

Gleich im Anschluss geht’s zur JUNGFRAU Stage zu ALL TIME LOW. Auch nicht gekannt, Pop Punk oder Fun Punk oder so – und auch die Jungs haben Spass und bringen ordentlich Stimmung in den Festivalnachmittag. Nice, so könnte der Tag weitergehen – wird er aber nicht, leider!

Und jetzt eben die erste grosse Band; die Mittelalterrocker von IN EXTREMO heizen ein – und das im wahrsten Sinn des Wortes. Da scheint es irgendwo Pyro im Angebot gegeben zu haben. Haut weg den Scheiss, wir nehmen nichts mit nachhause!
Co2-Bilanz ist Scheisse, Spassfaktor aber hoch, und die nicht gerade hohen Temperaturen an diesem Tag mildert das etwas ab. Ein warmes Willkommen quasi. Ansonsten; IN EXTREMO, wie man sie kennt, frei nach dem Motto „Sternhagelvoll“ und „Nur wer froh ist, ist ein König“. Passt, check!

Dann wird es hart, richtig hart. Ein Stück Metalgeschichte der härteren Sorte entert die Bühne und bricht sie im gleichen Moent total ab. In Schutt und Asche, verbrannte Erde – SEPULTURA. Was Derrick Green und seine Mannen hier abliefern, ist vom Feinsten, die härteste Nummer, die hier zu hören sein wird. Ein Teil des Publikums geht voll mit, der andere bleibt etwas erstaunt zurück. Da fragt sich manches Metalcorer-Herz; was ist denn das? Ich kenne es nicht, aber es erregt mich. Schade, dass die Geschichte dieser grandiosen Band zu Ende geht, dieses Jahr die letzten Shows stattfinden. By the way; Gitarrist Andreas Kisser ist mit Abstand der beste Saitenkünstler des Festivals. Der Mann schreddert das Festival – grandios!

Dann kommt tatsächlich schon mein Tagesabschluss. Lange nicht mehr gesehen, deshalb noch bei LAGWAGON vorbei. Klassischer, guter alter Punk, wie man ihn nicht mehr hört. Auch hier nicht, seit sich das GREENFIELD Festival vom Metal-Punk-Festival zur Metalcore Sause gewandelt hat.
Fast vergessen; eine weitere Enttäuschung des Tages; ARCHITECTS haben einen Bühnenvorbau gehabt, der gute Fotos weitgehend verhindert hat, zudem keine Chance, alle Bandmitglieder zu sehen. Für uns Fotografen unlustig, für die Fans richtig Scheisse.