GREENFIELD – Day One

GREENFIELD – Day One

Neues Jahr, neues Festival – und bereits am ersten Tag drei fette Überraschungen…

El Jefe

Nein, es ist nicht die Tatsache, dass der Presseparkplatz dieses Mal ziiiiemlich weit weg vom Gelände ist oder der Mediencorner im schicken House OF Switzerland untergebracht ist. Es hat tatsächlich etwas mit den Bands zu tun – aber dazu später.

Zuerst einmal – das Gelände ist weitgehend gleich, die Foodstände ebenfalls, im Fotograben gibt es viele neue und viele bekannte Gesichter – und viel gute Stimmung. Den Eindruck habe ich auf dem ganzen Gelände – alles wirkt entspannt, viele Leute sind extrem gut drauf. Gute Zeichen für ein gutes Festival. Dass das festival gut wird, ist nicht zwingend. Beim Lineup fehlen mir persönlich die ganz besonderen Highlights. SABATON als Headliner, gewisse Bands schon relativ früh am Nachmittag oder frühen Abend – die Voraussetzungen könnten besser sein. Spoiler; der erste Tag war schon besser, als erwartet.

Nun aber zu den Überraschungen; ICE NINE KILLS ist die erste Truppe, der ich meine Aufmerksamkeit schenke. Nicht zuletzt mit der Erwartung oder Hoffnung, dass Alissa White Gluz auch hier ihren Gastauftritt hat. Hatte sie nicht… Immerhin haben die Jungs eine ziemlich fette Produktion hingelegt. Jetzt nicht nur neu – viel Blut, Mord und Totschlag, Zombies und alle sonstigen Ingredienzien, die zu INK gehören. Man kann und muss sagen; sie haben geliefert!

Nun hetzt man in meinem Alter nicht mehr zwischen den Bühnen hin und her, womit die eine oder andere Band aus dem Kalender fällt. Nächste Station auf der Jungfrau Stage waren ALTER BRIDGE. Tremonti und Konsorten taten das, was sie immer tun – Gitarrenrock der hohen Anspruchsklasse. Da gab es nichts zu meckern, aber richtige Highlights fehlten dann auch. Vielleicht erwarte ich an einem Festival mittlerweile zu viel Spektakel? Mir gefallen ALTER BRIDGE und eigentlich braucht es da auch nicht mehr Budenzauber.

Die zweite Show, die mir wirklich gut gefallen hat – A DAY TO REMEMBER. Die Metalcoretruppe aus Kalifornien fühlte sich sichtlich wohl und erfreut darüber, wie sie empfangen wurden. Ihre Show war schnell, packend und kraftvoll – auf den Punkt. Etwas CO2 war auch mit dabei und so wurden die Erwartungen der Crowd erfüllt. Den einen oder anderen Crowdsurfer gab es auch – Greenfield 2026 war eröffnet.

Beinahe vergessen; es gab ja doch einen Abstecher zur Eiger Stage, wo THROWN aufspielten. Ich habe die Band nicht gekannt, kann mir aber gut vorstellen, dass die auch mal die grosse Bühne entern dürften. Durchaus engagiert, mit viel Spielfreude und einem guten Kontakt zum Publikum. Die Schweden sind erst seit fünf Jahren auf dem Markt und haben sich schon eine ordentliche Fanbase aufgebaut – man dürfte noch mehr von ihnen hören.

Überraschung zwei – was sehr positiv. Zuerst gab es das übliche Rätselraten, ob OFFSPRING nun einen Vertrag vorlegen und damit die Menge der Fotografen reduzieren würden – oder eben nicht. Eben nicht. Was bedeutet, dass ich innerhalb unseres Teams nicht verzichten musste und ebenfalls in den Graben pilgerte. Meine Erwartungen waren nicht hoch. Beim letzten Mal am GREENFIELD wirkten die Jungs eher wie eine Rentnertruppe, wenig motiviert und nahezu bewegungslos auf der Bühne.
Ich muss sagen; sie bewegen sich doch! Was OFFSPRING an diesem Abend lieferten, war eine richtig geile Show. Der Funke zum Publikum sprang subito über, die Jungs hatten sichtlich Freude, hatten Spass und bespielten die Bühne massiv anders als beim letzten Mal. Bingo, mein Abend und der erste Tag des Festivals war damit gerettet.

Dann wäre da ja noch die dritte Überraschung. Das waren die britischen Metalcorer von PRESIDENT. Eigentlich ein TIK TOK-Phänomem mit Masken und Stagenames. Ihre Identitäten halten sie ähnlich wie SLEEP TOKEN geheim – also versuchen es zumindest. Mittlerweile ist nämlich bekannt, dass ihr Sänger Charlie Simpson ist, der unter anderem bei FIGHTSTAR mit an Bord ist. Weil neu und ncoh wenig präsent war dann der Fotopit entsprechend gefüllt. Nichts an der Tafel im Mediacorner wies auf die Lächerlichkeit hin, die sich dann abspielen sollte. Kurz vor dem Auftritt kommt ein Typ mit Headset auf die Bühne und ruft „no photos, no photos“. Wir also raus aus dem Graben, der Vertreter des Veranstalters relativ angepisst, weil er davon nichts wusste und der Fotografenpulk irgendwo zwischen angepisst und belustigt. „Who the fuck do you think you are?“ Lächerlicher als diese Nummer war nur noch der Fotovertrag von BABYMETAL am letzten GREENFIELD. Fazit – keine Bilder von uns, auch nciht aus der Ferne.

Mein Abend war somit gelaufen. Die schwedische Feuershow von SABATON habe ich mir geschenkt, da wird uns die Tage Christian mit tollem Bildmaterial beliefern. Mir blieb der lange Weg zurück zum Auto, die kurze Fahrt ins malerische Iseltwald zum rustikalen Chalet, das mich die Tage beherbergt. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie ruhig die Nacht im Berner Oberland sein kann, nur gerade zehn Minuten vom GREENFIELD-Hexenkessel entfernt.

By The Way – selbstverständlich folgen in den kommenden Tagen noch Beiträge mit viel Bildmaterial, sauber aufbereitet und als Galerien. Vorläufig muss euch der Zusammenschnitt genügen – stay tuned!