Geil – Geiler – KENNY WAYNE SHEPHERD

KENNY WAYNE SHEPHERD? Das ist doch dieser ziemlich begabte Bluesrock-Gitarrist aus den Staaten, oder?

Text und Bilder von Danny Frischknecht

Das ist korrekt, allerdings nur ein kleiner Teil der Wahrheit. Zuerst, der Mann hat Eier, und was für welche!
Erstens heiratet er 2006 die Tochter von MEL GIBSON, zweitens holt er sich mal Stephen Stills (CROSBY, STILLS, NASH & YOUNG) und veröffentlicht mit ihm und Barry Goldberg ein Album als THE RIDES.
Damit nicht genug, er schnappt sich FIVE FINGER DEATH PUNCH, BRANTLEY GILBERT und BRIAN MAY, um mit ihnen eine Neuauflage seines 1998er Songs „Blue On Black“ einzuspielen.
Was aber setzt dem ganzen die Krone auf? Der Junge spielt als letzte Zugabe seiner aktuellen Tour nichts weniger als einen der bekanntesten und technisch anspruchsvollsten Songs von JIMI HENDRIX; „Voodoo Child“. Und wisst ihr was? Das Ding klingt keinen Ton schlechter als das Original.

So geschehen am vergangenen Mittwoch im Zürcher Kaufleuten, als KENNY WAYNE SHEPHERD mit seiner Band die Bühne rockte.
Es ist erstaunlich, dass es immer wieder einige Menschen im Publikum gibt, welche KWS mit seinem Freund und zweiten Sänger/Gitarristen Noah Hunt verwechseln, beziehungsweise denken, Hunt wäre Shepherd. Das hat wohl damit zu tun, dass Hunt zuerst die Bühen entert und gleich zu singen beginnt, während Shepherd eher im Hintergrund bleibt und beinahe verträumt seine Gitarre spielt. Spätestens, wenn er zum ersten richtigen Solo ansetzt, wird jedem Zuschauer klar, wer hier der Chef ist.
Nicht falsch verstehen; Noah Hunt ist ein grandioser Blues-Rock-Sänger, der zurecht einen grossen Anteil an der Show hat. Zudem spielt er mehr als passabel Gitarre und ergänzt KWS damit grossartig.
Dieser wiederum singt auch sehr gut, hat eine charismatische Art, eine faszinierende Stimme und versteht etwas vom Zaubern auf den sechs Saiten seiner diversen Fender-Gitarren.

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Richtig; KENNY WAYNE SHEPHERD zaubert auf den Saiten. Dieser Mann ist einer der besten Gitarristen, welche momentan die Bühnen unseres Planeten in Beschlag nehmen. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass er das Publikum schon nach wenigen Takten im Sack hat. SHEPHERD spielt sich richtiggehend in einen Rausch, steiggert sich von Track zu Track und gibt den Fans alles, was sie sich wünschen. Ein grossartiger Frontmann mit einer tollen Band.

Im Kaufleuten spielt er „Bluesklassiker“ wie „Talk To Me Baby“ genauso wie sein neuestes Single-Spezialprojekt „Blue On Black“.
Seine Soli sind grandios, ob er nun eine Ballade spielt oder die vielen fulminanten Tracks an diesem Abend. Er mischt seine Setlist mit Tracks von früheren Alben ebenso wie Songs vom aktuellen Album „The Wanderer“.
SHEPHERD liefert einen Supertrack nach dem anderen, steiogert sich von Nummer zu Nummer und das Publikum trägt ihn auf den Händen. Es dauert nur eine kleine Weile zu Beginn, bis die Crowd dabei ist und den Eindruck erweckt, als wären viel mehr enthusiastische Menschen im Publikum. Das Kaufleuten ist wahrscheinlich nicht ganz ausverkauft, aber es ist voll. Da ist während des Konzertes kaum jemand auf dem Klo oder draussen beim Rauchen. Die Fans bleiben ihrem Idol treu und sind natürlich fast enttäuscht, als dieser grosse Konzertabend nach ungefähr eineinhalb Stunden fertig ist.

Danke ALLBLUES, dass ihr den Jungen und seine Crew nach Zürich geholt habt – und dass wir dabei sein durften. Danke KWS und deinen Mitstreitern für einen grandiosen Auftritt. Dieser Gitarrist ist ein Ausnahmetalent, absolute Spitzenklasse.

kws@kaufleuten-19-13-von-28

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