Full House für ARCH ENEMY

Die nimmermüden Tourer von ARCH ENEMY machen auch diesen Sommer Europa unsicher.

Text und Bilder: Claudia Chiodi

In den ersten Sommermonaten sind neben den grossen Festivals auch einige Clubkonzerte auf dem Menu, in der Schweiz ist es das ausverkaufte Z7. Erst fragten wir uns warum die Band indoor angekündigt wurde, weil doch in dem Zeitraum auch einige Open Air Konzerte in Pratteln stattfinden sollten. Ganz einfach, weil die Aussenbühne zwischenzeitlich abgebaut wurde und erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder hier stehen würde. 

DREAMSHADE

Die Band aus dem Tessin eröffnete den Abend und wirbelten über die Bühne trotz der saunaähnlichen Temperaturen. Erst war ich etwas irritiert, dass teilweise Screams aus den Boxen drangen, auch wenn der Sänger das Mikro nicht an seinem Mund hatte. Des Rätsels Lösung war, dass er nicht der einzige mit Stimmgewalt auf der Bühne war. Es gab auch einige kritische Stimmen, aber dem Publikum schien es genau so wie mir gefallen zu haben. Circle Pit bei diesen Temperaturen kriegt man nicht ohne entsprechende Leistung.

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ARCH ENEMY

Nun füllte sich das Z7 so richtig, im Vorfeld konnte Sold out vermeldet werden und nun wollten auch die letzten einen Platz mit Sicht auf die Bühne ergattern. Selbige wurde immer wieder etwas eingenebelt, aufgrund der offenen Tore rundum hielt dieser sich aber nicht allzu lange. Dann stürmen die Schweden die Bühne und vertreiben auch die letzten Fetzen. Auch wenn die Setliste keine wirklichen Überraschungen bietet, schliesslich ist die Truppe schon einige Zeit mit dem Programm unterwegs, überzeugt die Show auf ganzer Linie. Fronterin Alissa wickelt alle mit ihrer Ausstrahlung, Energie und Performance um den Finger aber auch ihre männlichen Kollegen überzeugen mit Spielfreude und Können. Die Halle kocht so sehr, dass die Security immer wieder mit Wasserausgabe in Flaschen und mit Schlauch beschäftigt ist.

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Für mich war es der beste Auftritt von ARCH ENEMY, den ich bisher sehen durfte, absolut überzeugend. Wenn normalerweise die Temperaturen mir die Kraft und entzogen hätten, war ich nach dem Konzert wie elektrisiert. Da die Band noch eine längere Reise zu ihrem nächsten Termin hatte, war das Konzert früher angesetzt worden und somit auch ungewohnt früh zu Ende. Und weil ich wie viele Konzertbesucher auch am Montag arbeiten musste, war das gar nicht so unwillkommen.

In der Nähe des Bahnhofs Pratteln wütete derweil ein Grossfeuer, weswegen sich der Heimweg für einige etwas umständlicher als sonst gestaltete. Auch hier half die Security, mit Informationen diesmal, gewohnt gut organisiert. Das klingt jetzt dramatischer als es für uns Konzertbesucher tatsächlich war, in Gefahr waren wir nicht, wohl aber eine kurze Schrecksekunde.