Ein Sommerabend im Zeichen der Schatten

Es ist ein schwüler Sonntagnachmittag, an dem ich mich auf den Weg in die KUFA Lyss mache. Der Grund ist die Band KAMELOT, welche vor ihrer USA Tour noch einmal einige Termine in Europa wahrnimmt.

Text und Bilder: Claudia Chiodi

Es gibt verschiedene Informationen in Sachen Türöffnungszeit, also fahre ich frühzeitig los und geniesse am Ziel einfach den mittlerweile aufgekommenen Wind an diesem Sommerabend. Überhaupt läuft hier alles sehr entspannt und gemütlich ab, sozusagen die Ruhe vor dem Sturm.

ABINCHOVA

Da dies keine normale ausgedehnte Tour ist, sondern einzelne Clubkonzerte und Festivalauftritte, ist der Opener eine „lokale“ Band. ABINCHOVA aus Luzern haben die Ehre und legen auch gleich richtig los.  Mit ihrer Mischung aus Folk und Melodic Death Metal locken sie die Besucher vor die Bühne und der Raum füllt sich langsam. Das dritte Album Weltenwanderer steht dabei im Mittelpunkt, nicht nur wegen des Intros von der Scheibe, sondern auch wegen der eingeschlagenen etwas härteren Gangart. 

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http://www.abinchova.ch/

KAMELOT

Nach kurzem Auftanken an der Theke und Kameracheck ist es dann auch Zeit für die Hauptakteure des Abends. Mittlerweile haben auch die restlichen Fans den Weg vor die Bühne gefunden und es wirkt, wenn auch nicht restlos voll, so doch durchaus gut gefüllt. Ein Pressekollege meint dazu nur: vielleicht nur halbvoll, dafür doppelt so laut. Und heiss ist es sowieso und wird auch gleich noch etwas heisser. 

Nach dem Intro legt die multinationale Truppe mit Phantom Divine vom aktuellen Long Player los. Aber auch wenn die diesjährigen Konzerte unter dem Motto Schatten über Europa stehen, ist The Shadow Theory nicht vorherrschend an diesem Abend, im Gegenteil ist es ein schöner Streifzug durch das Gesamtwerk. Für die Growls und auch den weiblichen Cleangesang ist Lauren Hart zuständig und überzeugt in Beidem auf voller Linie. Ich zitiere noch einmal den Kollegen: Wenn das härteste auf der Bühne das schöne Geschlecht ist… Unbestritten ist die Sängerin ein Ohren- und Augenschmaus, nicht nur in Männeraugen. Ein weiteres Highlight ist für mich immer wieder das Drum Key Battle, bei dem die beiden Herren in der hinteren Reihe zeigen dürfen, was sie auf dem Kasten haben. Und auch an diesem Abend begeistern Oliver am Keyboard und Alex am Schlagzeug mich und unterhalten das Publikum bestens.

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http://www.kamelot.com


Ich durfte Kamelot in den vergangenen 10 Monaten nun mehrere Male sehen und geniessen, und jedes Mal lieferten sie einwandfrei und mitreissend ab. Egal wie gross oder klein die Bühne, egal ob ausverkauft oder nur zum Teil gefüllt, es war jedes Mal eine Party und so war es auch an diesem Sonntag. Fast scheint es, als würde so viel Publikumsnähe, keine Sicherheitsabsperrung vor der Bühne, die Band erst recht beflügeln. Echt schade, dass es wohl nun einige Zeit dauern wird, bis die Band uns wieder beehrt, erstmal steht der zweite Teil ihrer Nordamerika Tour an.

Ebenfalls sehr schade ist, dass ich nicht häufiger in der KUFA Lyss vorbeischauen kann, hier gefällt es mir nämlich richtig gut. Nette Menschen, vernünftige Preise und auch Licht- und Soundmöglichkeiten sind definitiv in Ordnung. Vielen Dank, dass ich im Auftrag von Rocknews vorbeischauen durfte.

Apropos Sturm, in dieser Nacht waren mehr als nur Schatten über der Schweiz, ein richtiger Wolkenbruch ging nieder. Irgendwie regnet es immer wenn ich nach einem Kamelot Konzert nach Hause ging, diesmal hat der Himmel es aber richtig ernst gemeint, Scheibenwischer waren zeitweise nur noch nette Animation. Ich hoffe, es sind alle anderen Konzertbesucher, Künstler und Helfer ebenfalls wohlbehalten nach Hause gekommen.