Das Phänomen ELUVEITIE – „Ategnatos“ kommt am 05. April 2019

Die Folkmetaller mit Roots in Winterthur sind wahrlich ein Phänomen – der erfolgreichste Schweizer Rockexport ever.

Danny Frischknecht | Irina Sterchi/Treelight Music

Es mag schon richtig sein, dass auf den ersten Blick GOTTHARD die erfolgreichste Schweizer Band aus dem Bereich Rock ist. Das bezieht sich dann allerdings „nur“ auf verkaufte Alben, also auch auf ihre „Verweildauer“ im Business. Und da sind sie zugegebenermassen schon länger zuhause als die „New Wave Of Folk Metal“.
Zudem sind solche Zahlen heute extrem relativ, da der Erfolg von Bands – auch finanziell – zunehmend mehr in ihrer Tourneetätigkeit zu suchen ist. Und da räumen ELUVEITIE ganz gross ab, in den letzten Jahren war die Band jeweils bis zu neun Monate unterwegs.
Auch dieses Jahr stehen wieder Konzerte und Festivals in Südamerika, Neuseeland, Australien, China und Europa (Frankreich, Österreich, Italien, Dänemark, Deutschland, Belgien, Polen, Ungarn, Tschechien, Schweden, Ukraine, Spanien, England, Irland, Holland, Slovenien, Lettland, Finnland, Estland, Norwegen an – und natürlich in der Schweiz.

Releaseparty und Heimspiel

Chrigel Glanzmann und sein Ensemble werden ihr neues Album „Ategnatos“ standesgemäss vorstellen, neben einer Releaseshow in Lausanne am 05.04.19 werden sie mit der Plattentaufe im Gaswerk Winterthur am 06.04.19 ihre Homebase beglücken. Sie werden dort von den Melodic Metallern INFINITAS supportet und es dürfte zumindest ziemlich eng und extrem heiss werden. Tickets für den Gig gibt es beim Gaswerk direkt oder bei Starticket.
Weiter werden die Paganmetaller am grössten Schweizer Festival für Rock und Metal sein; am 13.06.19 spielen sie am ehrwürdigen GREENFIELD-Festival in Interlaken auf.

Woher kommt dieser Erfolg?

Es kommt nicht von irgendwoher, dass es die Truppe um Chrigel Glanzmann so weit gebracht hat. Einerseits ist es die Faszination der historischen Basis, der Geschichte der Gallier, welche ELUVEITIE mit einem speziellen Sound verbinden. Zwischen den Growls des Frontmannes und der klaren Stimme von Sängerin Fabienne Erni zeigt sich das gesamte musikalische Spektrum. Da gibt es brachialen Todesmetall ebenso wie relativ sanfte Balladen.
Ein zweites Erfolgrezept dürfte sein, dass ELUVEITIE (die Helvetier…) zwar ihre Wurzeln in der Schweiz haben, jedoch längst auf den Siegeszug rund um die Welt erobert sind. Die Geschichten der Gallier sind nicht an die Schweiz gebunden, Mythen und Sagen finden sich überall. Und sie finden Anklang, Hörerinnen und Hörer in einer Welt, die zunehmend unüberschaubarer wird, digital und abstrakt. Insofern hat Chrigel Glanzmann einen Trend aufgegriffen, den er mittlerweile längst mitgestaltet, prägt.
Und nicht zuletzt sind ELUVEITIE Stehaufmännchen. Die Band hat in ihrer über zehnjährigen Geschichte schon verschiedenste Lineup-Wechsel gehabt. Viele davon waren schmerzlich, für die Fans ebenso wie für die Band. Letztmals war es der Abgang von Merlin Sutter, Ivo Henzi und Anna Murphy – der bisher wohl grösste Schnitt.
Danach war es alles Andere als selbstverständlich, dass ELUVEITIE weiterbestehen würden. Man weiss nicht genau, wieviel Glück und Zufall es brauchte, wieviel Feuer und Kampf notwendig war, um die Band erneut zu vervollständigen und einen neuen Weg zu gehen – dieses Mal mit notabene sehr jungen Musikern, neben Sängerin Fabienne Erni noch Jonas Wolf an der Gitarre oder Alain Ackermann an den Drums.

Aus alt mach neu

Gemeint ist, dass ein weiteres Album mit den Geschichten der alten Gallier anfangs April auf die Fans losgelassen wird. Es steht zu erwarten, dass es musikalisch wieder deutlich härter wird als „Evocation II – Pantheon“.
„Das Album ist ein Werk, über das sich die heutige Gesellschaft im Spiegel antiker keltischer Mythologie und Wissen betrachten kann.
Es heisst „Ategnatos“. Ategnatos ist das gallische Wort für Wiedergeburt und befasst sich mit dem Erneuerungskonzept – damit, dass vor einer Veränderung oftmals eine Katastrophe passieren muss, besonders, wenn die Veränderung das Umdenken und Ausbrechen aus gewohnen Mustern einer ganze Volksgruppe von Menschen betrifft. Es befasst sich mit Archetypen und der Tatsache, dass sich die Menschheit in den letzten 3000 Jahren kaum verändert hat.“

Die Fans der Paganmetaller können sich freuen, Chrigel Glanzmann und seine Männlein und Weiblein holen zum nächsten musikalischen Schlag aus und werden auch zukünftig die eine oder andere Halle oder Festivalbühne zum Zittern bringen.
Vorbestellen kann man das Album übrigens hier…
Und selbstverständlich werden wir so bald als möglich eine Review zum Album veröffentlichen.

ELUVEITIE sind

von links nach rechts;
Kay Brem – Bass | Rafael Salzmann – Gitarre | Michalina Malisz – Drehleier | Nicole Ansperger – Geige | Chrigel Glanzmann – Gesang, Whistles, Mandola, Dudelsack | Fabienne Erni – Gesang, keltische Harfe | Matteo Sisti – Whistles, Dudelsack, Mandola, Bodhran | Alain Ackermann – Schlagzeug | Jonas Wolf – Gitarre