CELLAR DARLING haben was zu erzählen

Für viele Fans war es ein schmerzlicher Schnitt, als Anna Murphy, Ivo Henzi und Merlin Sutter die schweizer Folkmetaller ELUVEITIE verliessen. Mittlerweile sind die Schmerzen verebbt und aus der Asche ist ein zweiter Phönix entstanden.

Danny Frischknecht
5 out of 5

Progressive Rock aus der Schweiz zuhause bei Nuclear Blast, erscheint am 22. März 2019

Die Band
Was CELLAR DARLING als Trio hinkriegen, ist schon erstaunlich. Die drei Musiker Anna Murphy an Hurdy Gurdy und Mikrofon, Merlin Sutter an den Drums und Ivo Henzi an der Gitarre zeigen auf ihrem mittlerweile zweiten Album nach „This Is The Sound“ erneut, was sie musikalisch und kreativ draufhaben. Und das ist wie gesagt eine ganze Menge.

Merlin Sutter, Anna Murphy, Ivo Henzi

Das Album
Musikalisch hat sich schon beim Debut „This Is The Sound“ angekündigt, dass CELLAR DARLING keine ELUVEITIE-Kopie sein wollen und können. Sie haben sich musikalisch neu definiert, in vielen Bereichen auch das Potenzial ausloten und verwirklichen können, das innerhalb ihrer alten Band nicht möglich war.
„The Spell“ ist ein Konzeptalbum. Es beschreib t die Geschichte eines Mädchens, das unterwegs ist in einer schmerzgepeinigten Welt, die geschwächt ist von den Menschen, die auf ihr leben. Ist das Album autobiografisch?

„Selbst wenn man vollständig abstrakte Texte schreibt, hängt es doch immer auch bedingt von den eigenen Erfahrungen und der eigenen Persönlichkeit ab“, meint Anna. „Es war seltsam, denn obwohl es ein dunkles Konzept war, fühlte ich mich sehr zufrieden, als ich es schrieb. Aber dann, als wir an dem Album arbeiteten, fing es an, mir sehr schlecht zu gehen – schlimmer als je zuvor. Es war, als hätte der kreative Teil meines Gehirns erkannt, in welchem ​​Zustand ich mich befand, bevor ich mir dessen selbst überhaupt bewusst wurde.“ Aber die Konzentration auf das Album half Anna, sich ihren Dämonen zu stellen: „Die Musik war schon immer mein Ventil“, sagt sie. „Ohne sie wäre ich wahrscheinlich nicht mehr hier.“

Anna Murphy, Vocals, Hurdy Gurdy, Flutes, Piano and more…

Was CELLAR DARLING mit „The Spell“ zeigen, ist nicht nur eine konsequente Weiterführung des eingeschlagenen Wegs, sondern noch einmal eine Weiterentwicklung. „The Spell“ ist ein konsequentes Prog Rock Album – und zwar ein grandioses.
Insbesondere Drums, häufig auch die Gitarre, bleiben etwas im Hintergrund, wenn im Vordergrund eine starke, variable Stimme wirkt. So gesehen könnten die beiden Männer im Trio ein Problem haben; Anna Murphy’s Stimme ist noch einmal deutlich reifer und variabler geworden. Sie lotet eine enorme Dynamik aus, wechselt scheinbar mühelos zwischen Höhen und Tiefen und demonstriert eine enorme Klarheit – für mich bleibt sie nach wie vor eine der besten Stimmen in der Rockszene, die mittlerweile auch den Vergleich mit den ganz Grossen der Szene nicht mehr scheuen muss.
Nun aber zurück zu den armen Männern; auch die führen definitiv kein Schattendasein. Merlin Sutter war noch nie der unsichtbare Drummer – auch wenn seine Drums mittlerweile übersichtlicher geworden sind und die DoubleBlasts nicht mehr zum Alltag gehören. Er sorgt sowohl bei den ruhigen Nummern wie beispielsweise „Burn“ für die notwendige Präzision und den stabilen Boden als auch beim Brett „Insomnia“für den nötigen Drive. Sicher, beim aktuellen Sound ist Virtuosität wichtiger als Wumms, spielen die Feinheiten eine deutlich grössere Rolle als das Vorwärtstreiben, wie wir es vom Metal gewohnt sind.

Während Merlin quasi den Taktstock schwingt und Anna die grandiose Stimme sowie die letzten instrumentalen Folkelemente beisteuert, lebt Gitarrist Ivo Henzi seine grosse Klasse als Saitenzauberer aus. Wie hat Chrigel Glanzmann in einem Interview über seinen ehemaligen Bandkollegen gesagt; „Das ist einer der fucking besten Gitarristen, die ich kenne!“ Und so ist es denn auch. Ivo ist jetzt nicht die totale Rampensau, aber einer, der seine Gitarre feine Licks und fette Riffs ebenso entlocken kann wie coole Soli. Es ist klar, dass er eine sehr wichtige musikalische und kreative Stütze der Band ist.
Anspieltipps zum Album mag ich nicht geben – das Konzept ist zu sehr als Einheit verwoben, als dass man daraus wahllos Songs herauslösen könnte.

Fazit
„The Spell“ ist ein komplettes, vollständiges Album. Einerseits fasziniert Annas Stimme mit einer Variabilität, die dich einfach umhauen, überraschen und beeinruckt lassen wird. Andererseits legen CELLAR DARLING hier ein ausgereiftes, sehr anspruchsvolles Album vor – das beste, das mir seit vielen Monaten auf die Festplatte flatterte.
CELLAR DARLING kann man in der Schweiz an folgenden Terminen sehen:
02.05.19 im Salzhaus Winterthur und am 04.05.2019 im Solothurner Musiktempel Kofmehl. Zudem entern sie am GREENFIELD-Festival in Interlaken vom 13. – 15. Juni 2019 ebenfalls die Bühne.

Tracklist Album und Audiobook

1. Pain (Audiobook Chapter) 2:05

2. Death (Audiobook Chapter) 1:06

3. Love (Audiobook Chapter) 1:23

4. The Spell (Audiobook Chapter) 0:48

5. Burn (Audiobook Chapter) 1:36

6. Hang (Audiobook Chapter) 1:44

7. Sleep (Audiobook Chapter) 1:30

8. Insomnia (Audiobook Chapter) 1:46

9. Freeze (Audiobook Chapter) 1:13

10. Fall (Audiobook Chapter) 0:50

11. Drown (Audiobook Chapter) 1:40

12. Love Pt. II (Audiobook Chapter) 2:15

13. Death Pt. II (Audiobook Chapter) 1:16

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