Brutal Assault 2026 – Day One

Brutal Assault 2026 – Day One

Brennende Hitze, Staub, Schweiss und eine volle Ladung Musik auf die Zwölf! Der erste Tag des Festivals beweist gleich wieder, dass man das Brutal Assault nicht so schnell wieder vergessen wird. Eingebettet in die alten Mauern von Josefov trifft hier rohe musikalische Gewalt auf eine Atmosphäre, die zwischen Wahnsinn und Weltflucht pendelt. Beim ersten Tag war on Sludge, über Black Metal bis hin zu Djent für jeden Geschmack etwas dabei und hat damit die Qualitätsmesslatte gleich ziemlich hoch angelegt.

Juwal Penner

Es ist unglaublich heiss. Wie allgemein die letzten Wochen auch hier bei uns in der Schweiz, lässt die Sonne in Tschechien einem keine Ruhe und brennt gnadenlos runter. Dies macht das Festivalerlebnis ein bisschen schwieriger (für mich, ich kann diese Hitze echt nicht ab). Nichtsdestotrotz rocken die Bands den Mittwoch ohne Ende und die Festivalstimmung ist gut, auch wenn man den Leuten anmerkt, sie schmelzen. Überall Trinkstellen wo man gratis Trinkwasser holen kann, die Feuerwehr fährt konstant rum und spritzt die Leute ab. Der erste Tag des Brutal Assault 2026 hat der Hitze getrotzt und geliefert – musikalisch wie atmosphärisch. Man fühlt sich trotz dem ganzen Staub und der Hitze direkt wieder Pudelwohl und freut sich auf die Musik die kommt.

Vielseitiger könnte der erste Tag musikalisch nicht sein! Zwischen jungen Acts wie Vended, den Schweizer Legenden von Triptykon oder dem gnadenlosem Black Metal von Witch Club Satan kommen definitiv alle auf ihre Kosten.

Vended

Mein musikalischer Einstieg für das Brutal Assault 2026 sind die Jungs von Vended aus Iowa. Sie sind jung und voller Energie, welche man auf der Bühne auch extrem spürt. Schade finde ich eigentlich nur, dass man ihnen vielleicht ein bisschen zu sehr anmerkt, wer die Väter/Vorbilder dieser Band sind. Selbst die Ansagen von Corey Taylor-Sprössling Griffin kamen mir als alter, eingefleischter Slipknot-Fan durchaus ein wenig zu bekannt vor.

Ich persönlich wünschte mir für diesen Act, dass sie etwas eigenes finden, ohne exakt wie ihre Väter klingen zu wollen. Die Energie und auch was die Jungs an den Instrumenten abliefern ist nämlich absolut astrein und macht Live definitiv Spass!

Nevermore

Nach einer Pause geht es für mich dann zu meinem vermutlich absoluten Highlight des ganzen Festivals (ja schon am ersten Tag und schon bei der 2. Band). Nevermore begleitet mich nun schon eigentlich mein ganzes Metal-/Musikleben lang und ich habe früher keine Gelegenheit ausgelassen, diese Band live zu sehen. Umso schlimmer war es für mich, als sich diese Band dann rund vor 15 Jahren aufgelöst haben, kurz nachdem ich sie zum Glück noch einmal im Z-7 mit Symphony X erleben durfte.

Der Hype war für mich persönlich sehr gross, als ich hörte, dass Nevermore neue Leute suchen, um die Band wieder aufleben zu lassen. Dieser Hype ist auch deutlich im Publikum bei den Leuten spürbar, aus dem Fotograben höre ich Chöre aus dem Publikum mit „Nevermore“-Schreien. Dies habe ich beim Rest des Festivals nicht mehr wirklich so erlebt. Auch ich stehe ein bisschen mit Gänsehaut und Nervosität da. Die neuen Mitglieder müssen in riesige, schwierige Fussstapfen treten (R.I.P. Warrel Dane). Kaum bin ich aus dem Graben und im Publikum, damit ich mir den Rest der Show ansehen kann, bin ich voll im Fieber. Man merkt dem Publikum an wie die Leute mit Gänsehaut und teilweise sogar Tränen in den Augen Songs wie „The Heart Collector“ oder „Born“ mitsingen. Leider ist das ganze auch schon nach kurzer Zeit vorbei.

Ich empfehle jeder Person sich dies umbedingt anzusehen! Die neuen Mitglieder machen einen unglaublich guten Job und es macht Riesenspass bei den Konzerten zuzusehen und mitzufiebern. Doch nun genug von meinem Fan-Boy-Getue und weiter zum nächsten Act.

Kylesa

Leider kann ich nicht viel über die Sludge-Monster von Kylesa berichten. Dank technischen Problemen hatten sie einige Verzögerung und ich musste nach einem Lied leider direkt weiter, da ich sonst Periphery verpasst hätte. In diesem Jahr waren die Überschneidungen leider wirklich schlimm, aber was soll man tun bei über 150 Bands?

Das was ich gehört habe von der Band war auf jeden Fall ziemlich gut und macht Laune auf mehr. Gerne wieder in voller Länge!

Periphery

Nach dem einen Song von Kylesa muss ich mich über das ganze Gelände zu einer der Mainstages sputen, damit ich die Könige des Djents nicht verpasse. Mit dabei im Gepäck: Das neue Album „A Pale White Dot“, von welchem auch die meisten Songs ihres Sets sind. Ansonsten ist ihr Set eine gute Reise durch alle ihre Alben und machen riesig Spass.

Das war mein erstes und definitiv nicht mein letztes Mal bei dieser Band!

Triptykon

Als nächstes geht es für mich zu Triptykon, der Band um Schweizer Legende Tom G. Warrior (Celtic Frost, Hellhammer, aber wer das nicht weiss, sollte definitiv seine Hausaufgaben machen!). Ich muss sagen, ich war ziemlich gehyped für diesen Act, nämlich war vor zwei Jahren Triumph Of Death (Hellhammer) Tom bereits am Brutal Assault und diese Show hat mich unglaublich aus allen Latschen gehauen. Auch dieses Mal fühlt es sich einfach an wie ein Panzer, der über einen drüber rollt und zeitgleich mit einem Presshammer auf den Schädel einschlägt! Einfach ein Muss für jeden Fan extremen Metals.

Das Set besteht aus Triptykon Songs, aber auch Celtic Frost- und Hellhammer-Songs gab es Zuhauf. Was mich persönlich gefreut hat, dass auch das letzte Celtic Frost Monotheist mit zwei Songs gewürdigt wurde, da ich zugeben muss, dass diese Platte mein heimlicher, persönlicher Favorit der Band ist. Einfach nur gut! Sehr gerne immer wieder!

Amenra

Gleich etwas vor der absolut schwierigen Aufgabe, dieses unglaubliche Konzert irgendwie in Worte zu fassen, jeder Mensch, der gerne Konzerte fotografiert und mal gerne an seine Grenzen kommen möchte, geht bei Amenra in den Fotograben. Was eine Show! Was ein Schmerz zum fotografieren.

Mein Herz ist immer noch ein bisschen aus dem Rhythmus, seit dem Wechsel von einem durchaus eher ruhigen Anfang in diese träumerische Schwere, welche Amenra so gut wie niemand sonst beherrscht. Ich muss zugeben, es fällt mir unglaublich schwer, diese Show irgendwie zu beschreiben, da es etwas so eigenes ist. So unglaublich gut! Jeder Mensch sollte sich die Gelegenheit nehmen, um diese Band einmal live zu erleben, es ist nicht in Worte zu fassen!

Witch Club Satan

Zum Abschluss des Tages gibt es auf der Obscure-Stage von Witch Club Satan gehörig noch einmal gehörig auf die Zwölf. Binnen kürzester Zeit schafft es das Trio aus Oslo aus einem Theater und Performance-Kunst-Projekt eine der angesagtesten Black Metal Bands aus dem Boden zu stampfen, ohne dass jemand die Instrumente vorher beherrschte. Roher Black Metal trifft auf Gesellschaftskritik mit Themen wie Feminismus, Umweltkrise (wer diese nach diesem Sommer noch abstreitet, dem ist nicht mehr zu helfen) und Konflikte im Nahen Osten (no mercy!)

Es ist unglaublich, wie Gitarristin/Sängerin Nikoline es hinbekommt, bei Ansagen die ruhigste, beruhigendste Stimme zu haben und einen Moment später eine unglaubliche Aggressivität in ihrem Gesang liegt. Ihre Show kommt einem Ritual gleich und ich werde konstant nicht das Gefühl los, wie ich es in einigen Horrorfilmen zum Thema Hexen hatte. Unglaublich gut! Wichtige Message gepaart mit rohem Black Metal, sehr gerne immer wieder! Ein perfekter Abschluss für einen ermüdenden, viel zu warmen Tag.

Fazit des 1. Tages:
Wer das Festival kennt, fühlt sich sofort wieder wie zu Hause. Es gibt schlicht zu viele Bands, die man gerne sehen würde – aber leider ist es unmöglich, alles mitzunehmen. Vieles überschneidet sich immernoch leider. Ich muss dazu auch sagen, die Hitze hat mich persönlich ziemlich kaputt gemacht, was mich leider das ganze Festival begleitet hat. Danke aber trotzdem der Orga für die vielen Trinkstellen und das ich meine Trinkflasche konstant auffüllen konnte. Und auch der Feuerwehr für die konstante Einsatzbereitschaft und abkühlung!

Was sich leider nicht verändert hat, und vermutlich auch niemals wird, der Fotograben ist ein absolutes Kriegsgebiet und fast jeder schaut einfach für sich ohne Rücksicht auf andere. Ich verstehe, dass es mühsam ist wenn bei einer Band plötzlich 30 Fotografierende im Pit stehen, aber man kann trotzdem ein wenig aufeinander achten, oder nicht?