Behind The Scenes: Merchandise Manager

Im heutigen Artikel beschäftige ich mich wieder mit Berufen im Umfeld von Konzerten, dem Touring Merchandise Manager.

Claudia Chiodi

English text

Ich gehöre ja selbst zu den regelmässigen Kunden am Merchstand an Konzerten und Festivals. Damit ich mit mit den auch dem Anlass entsprechend einkleiden kann sind unter anderem Menschen wie die 33jährige Elisha Boland aus Melbourne (Australien) verantwortlich.

Foto xpeesx

Nachdem ein Freund von ihr bei einem Hausbrand um Leben kam, suchte sie eine Möglichkeit, etwas für seine Familie zu tun. Sie wandte sich an den Promoter eines lokalen Veranstaltungsortes und und fragte ihn, ob er bereit wäre, eine Benefizshow zu veranstalten, bei der sie helfen könnte. „Das Gefühl, auf dem Balkon des Veranstaltungsortes zu stehen und die Menge unten zu beobachten, ist etwas, das in mir nachklang und das ich bis zum heutigen Tag noch immer spüre.“ Bald darauf hat sie sich kopfüber reingestürzt und bei Shows, Bandmanagement und Tourmanagement assistiert. Am Ende erkannte sie ihre Stärke im Merchgeschäft und konzentrierte sich auf ihr Vorankommen damit.

Wie ihre Vorgänger in dieser Artikelreihe, habe ich sie gebeten, ihren Arbeitstag zu beschreiben.

„Der typische Arbeitstag kann je nach Größe des Auftritts/der Tournee variieren, aber im Allgemeinen erfordert es einen guten Rundgang durch den Veranstaltungsort, um einen Anhaltspunkt zu erhalten, wo die Waren aufgestellt werden sollen. Ich entlade oder packe die Ware aus, zähle und erfasse alles ZWEIMAL und bereite mich und mein Team auf den Ansturm der Kunden vor. Ich helfe auch bei der personellen Besetzung von Shows aus der Ferne, so dass an den meisten Tagen viel Kommunikation mit Verkäufern in ganz Australien stattfinden wird. Sobald die Show beginnt, geht es los! Ich jongliere mit T-Shirts, Anfragen von Kunden, Größenbestimmung für 50% der Zuschauer, Bargeld, Eftpos (elektronische Zahlungsmittel) und Personal. Sobald die Band weiterzieht, ist es an der Zeit, alles in Ordnung zu bringen und so viel Restbestand wie möglich einzupacken, um schnell durch das Out zu kommen, den Lastwagen zu beladen und zum nächsten Veranstaltungsort zu fahren. Sobald alle Gegenstände gezählt (wieder zweimal!), in Kartons verpackt und auf den Lastwagen verfrachtet worden sind, kommt der schwierige Teil – das Ausgleichen der Bilanz, die Abrechnung des Eftpos, das Zählen des Bargeldes, das Bezahlen der Kommission für den Veranstaltungsort und ein Gebet, dass man mit der Null am Ende der Tabelle abschließt.“

Über die wichtigsten Fähigkeiten, die man für ihren Beruf mitbringen soll, sagt sie folgendes: „GEDULD! Eine gute Kenntnis von Excel und eine Leidenschaft für alles, was mit Merchandise zu tun hat, ist ebenfalls von grosser Bedeutung.“

Auch wenn sich die Situation in den über zehn Jahren, in denen Elisha in der Musikindustrie unterwegs ist, stark verbessert hat, ist es ihr immer noch ein grosses Anliegen für die Gleichstellung ihrer Kolleginnen hinzuarbeiten und den Sexismus in der Branche zu bekämpfen. Und obwohl sie immer noch einiges an Sexismus sieht, schätzt sie die Gemeinschaft in der Branche und ihre Zugehörigkeit dazu sehr.

Besonderer Pluspunkt ist für sie die Strukturierung der Arbeit: „Ich liebe es, dass egal, ob guter oder schlechter Tag, sobald man den Veranstaltungsort verlässt alles abgezeichnet ist und man zum nächsten Tag übergehen kann.“

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https://www.instagram.com/elishaboland/


In today’s article I’m again focusing on professions in the concert-related business, the touring merchandise manager.

I’m a regular customer at the merchandising booth at concerts and festivals myself. So that I can dress with the appropriate clothes for the occasion, people like the 33 year old Elisha Boland from Melbourne (Australia) are in charge.

photo credits xpeesx

After a friend of hers has lost his life in a house fire, she was looking for a possibility to help his family. She contacted the promoter of a local venue and asked him if he would be willing to put on a benefit show that she could help with. „The feeling of standing on the balcony at the venue and watching the crowd below is something that resonated with me and I can still feel it to this day.“ Soon after that, she was jumping in headfirst and assisting with shows, band management and tour management. In the end, she realized her strength in the merchandising business and focused on moving forward with it.

Like her predecessors in this article series, I asked her to describe her working day.

„A typical day on the job can vary depending on the size of the gig / tour but generally it involves a good venue walk to get a gage of where to set up merchandise, unloading or pulling out stock, counting and recording everything TWICE and getting myself and my team set up for the onslaught of punters. I also assist in the staffing of shows remotely so there will be a lot of communication most days with sellers throughout Aus. Once the show starts, its go time! Juggling t-shirts, punters requests, sizing up 50% of the crowd, cash, eftpos and staff. Once the band goes on, its time to get everything in order and pack up as much excess as possible to get through the out quickly to load up the truck and head on to the next venue. Once all items are COUNTED (twice again!), boxed and thrown onto the truck its the hard part – balancing the sheet, settling the eftpos, counting the cash, paying venue commission and doing a prayer you come through with the zero at the bottom of your spreadsheet.“

About the most important skills to have in her profession, she says the following: „PATIENCE! A good knowledge of excel and a passion for all things merch will go a long way too.“

Even though the situation has improved a lot in the more than ten years Elisha has been in the music industry, it is still very important to her to work towards equality for her female colleagues and to fight sexism in the industry. While she still sees a certain amount of sexism, she values the community in the industry and her belonging to it very highly.

An outstanding feature for her is the structure of the work: “ I love that no matter what, good or bad day, once you walk out of the venue its all signed off and you can move onto the next.“

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