BEARTOOTH im Kofmehl

Da mosht der Bär… HIGHER POWER – THE AMITY AFFLICTION und BEARTOOTH

Text Lukas Felix Etienne | Bilder Alexandra Rothlin

Ein Mittwoch ohne besondere Auffälligkeiten. Bis ich auf meinem Bildschirm lese: „Bisch du hüt abig per zuefall au im köfuu?“ Es folgte eine Einladung zu einem Konzert, welches ich, allein um der Bands Willen, ungetrost hätte an mir vorbeiziehen lassen. Hatte ich aber nicht. Zum Glück…

Ausverkauft. Ich begegnete der längsten Schlange, die ich jemals aus der Solothurner Kulturfabrik Kofmehl herausragen sah. Ein rostiges und quaderförmiges Biest, welches langsam die eingereihte Menschenformation verschlang.

HIGHER POWER

In den von blosser menschlicher Präsenz aufgeheizten Räumen der Kulturfabrik nahm jedes Ohr Bescheid, was die erste Band, HIGHER POWER genannt, zum Besten gab.
Von bunter Lichtshow gepriesen hämmerten sie ihre Stücke in unser aller Bewusstsein. Ein Hauch von Crossover gepaart mit entschlossenem Metalcore und einem leider viel zu leise abgemischten Sänger…
Diese Kinderkrankheit heilte dafür schon bald mit dem Auftritt von:

THE AMITY AFFLICTION

Sägende Riffs, Schlagzeuggewitter und zur aktiven Teilnahme anregende Hymnen regten die Feierwut nicht nur ihrer treusten Fans an. Die Bässe föhnten mir durch den Schnauzer. Der Gesang war dabei laut und deutlich zu hören.
Nach einer schrecklichen Ahnung, wie sich der Muskelkater anfühlen würde, den ich mir bei der körperlichen Leistung des Drummers mit Sicherheit holen würde, neigte sich das letzte Stück der Australier dem Ende zu und Worte des Dankes wurden geteilt.

BEARTOOTH

Die verschwitzte Meute freute sich nun auf BEARTOOTH, die ihre epischen Banner schon bald auf der Bühne platzieren liessen.
Die US-Amerikaner betraten unter lautem Jubel die Bühne und so verliessen sie sie auch wieder nach einer hitzigen Show. Hüpfburgzertifizierte Rhythmen, eingängige Texte und ein Publikum, das sich nicht scheute, teils schräg aber immer herzhaft mitzusingen und sich im Pit nichts schenkte. Eine Zugabe liessen Bärenzahn und Co gewähren, um der gierigen Audienz ein letztes Leckerli ins Ohr zu legen.

Als ich in der Polonaise-Schlange aus dem grossen Saal heraustanzte, war ich mir sicher, dass es eine gute Entscheidung war, an diesem Konzert teilzunehmen.
No regrets!