Backyard Babies und Ihre Freunde aus dem Norden

Vier Stunden im Takt der Musik hüpfen, tanzen, klatschen und die Arme in die Luft strecken…  sind ein genauso effektives und allemal amüsanteres Workout nach den Feiertagsgelagen als ein Besuch im Fitness Studio. Genug zu trinken gibt es vor Ort ebenfalls – somit besteht auch keine Gefahr zu dehydrieren.

Text: Alice Malherbe | Bilder: Claudia Chiodi

So gab es neben dem guten Lineup noch einen weiteren Grund am Dienstagabend ins Gaswerk in Winterthur zu pilgern. 

Satan Takes A Holiday (STAH)

Die drei Herren aus Schweden betraten um 19:30 Uhr mit goldig geschminkten Gesichtern (wie auf dem aktuellen Plattencover) die Bühne und legten, im erst halb gefüllten Saal, gleich richtig los.
 
Die 2006 gegründete Band wurde wesentlich von The Cramps beeinflusst, woher dann auch der Bandname entsprang. Ihr energiegeladener Sound, einem Mix aus Rock’n’Roll und Garage rock welcher mit einer guten Priese Selbstironie gewürzt wurde, sorgt dafür, dass der Auftritt nicht nur in die Beine geht, sondern auch richtig Spass macht. Der Sänger und Gitarrist Fred Burman hat keine alltägliche Stimme, passt aber zum Sound.

Same, same but different – ist in Bezug auf diese Band eine passende Aussage. Sie sind in allem einfach ein wenig anders – auf eine gute und interessante Weise.

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Thundermother

Als nächstes stürmt das Frauenquartett die Bühne und heizt den Saal so richtig auf.
Da die Bassistin Sara zwei Tage vor Tourbeginn Ihren Rücktritt bekannt gab, sprang Majsan Lindberg von der Band Tyranex für sie ein.
Mit Ihrem Sound welcher an AC/DC und Motörhead erinnert und der energiegeladenen Performance, zeigen die talentierten Damen, dass Sie Ihren Platz in der Rockwelt verdienen. Auch im Gaswerk zieht es die Gitarristin und Bandgründerin Filippa Nässil mit Ihrer Gitarre mitten ins Publikum. Zusätzlich zeigt sie eine weitere Art wie man eine leere Bierflasche wiederverwenden kann – man bindet sie ins Gitarrenspiel ein. Einmal mehr haben mich die authentischen und coolen Frauen aus Schweden überzeugt. 

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Konzerte an vorderster Front zu erleben hat Vor- und Nachteile… Die Bewegungsfreiheit und die Musikqualität kann leider etwas leiden, je näher man an der Bühne ist. Die Atmosphäre und der Bezug zur Band sind aber vorne einfach viel besser. Beides hat seinen Reiz.

Während des Umbaus für die dritte und letzte Vorband überlasse ich meinen Platz am Gitter unserer Fotografin Claudia und suche mir nach einem Zwischenstopp an der Bar einen Platz etwas weiter hinten.

Audrey Horn

Die Herren von Audrey Horn – benannt nach einer Figur aus der TV-Serie Twin Peaks – stammen aus dem norwegischen Bergen.
Mit ihrem teils modernen Classic bis Alternativ Rock wollen die Bandmitglieder zwar das gleiche Feeling wie ihre Vorbilder verbreiten aber dennoch mit aktuellen und vor allem eigenen Einflüssen verfeinert.

Der Saal hat sich noch weiter gefüllt und das bereits entsprechend aufgewärmt Publikum lässt sich auch von Audrey Horn gleich mitreissen. Der Sänger erinnert mich eher an einen Engländer als an einen Norweger – mit seinem weissen Hemd und der schwarzen schmalen Krawatte. Seine Spielfreude ist ebenfalls klar erkennbar und es zieht ihn genauso ins Publikum wie später die beiden Gitarristen für ein Gitarren Duell. 

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Backyard Babies

Die schwedische Punkrock Band Backyard Babies stand bereits 2018 auf meiner „to see“ Liste des Wacken Open Airs. Da sie aber am Mittwochabend im Zelt am Wacken Plaza nach Nazareth spielten – gab es keinerlei Möglichkeit noch ins Zelt zu kommen. So nutzte ich die Möglichkeit das Versäumte Konzert nach zu holen.
Unterdessen hatte ich mir einen Platz im hinteren Teil des Saales gesucht und genoss das treiben auf der Bühne und im Publikum. Die Herren aus Schweden bewiesen wieso sie auch nach 30 Jahren noch „on the road“ waren mit Ihrer routinierten Show.

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Fazit

Persönlich gesehen waren für mich die 3 Vorbands ein Highlight welche den Abend mit ihrem unterschiedlichen Sound sehr abwechslungsreich gestalteten.

Aber irgendwie zum Leidwesen der Backyard Babies…. diese lieferten einwandfreien Sound und eine solide und routinierte Show – nur hoben sie sich nicht so sehr von Ihren Vorbands ab. Oder es lag einfach daran, dass sie erst um 22:30 starteten – wenn an anderen Konzerten um diese Zeit schon bald die Zugaben des Headliners anstehen. So verabschiedeten sich einige Fans von ausserhalb bereits vor dem Konzertende.
Nichts desto trotz hat sich der Weg ins Gaswerk für mich zu 100% gelohnt.