Achtung Hits! ATREYU feiert im Dynamo

Ein Saxophonsolo ist doch was Neues.

Text, Silvan Bellante, Fotos Alexandra Rothlin

Wir kommen heute ziemlich knapp auf den Support Act im Dynamo an und schaffen es gerade noch so die Jacke an der Garderobe abzugeben, ein Bier an der Bar zu holen und zu CREEPER in den Saal des Dynamo. Victor und dem Bargeld in seinem Portemonnait sei Dank, denn durch fehlendes Internet hat das mit TWINT an der Garderobe nicht mal vielleicht funktioniert.

CREEPER

Die Band, die ich am Slam Dunk Festival vor YELLOWCARD halb betrunken, müde und hungrig über mich ergehen liess, sieht im kleinen Dynamo doch ganz ansehnlich aus. Sie turnen auf der Bühne herum, es wirkt fast schon kitschig. Viel Make-up, viel Show, fast wie wenn GHOST MISFITS spielen würde. Beim Publikum kommt es sehr gut an, der Sänger hat die Zuschauer im Griff und hält generell alle bei Laune. Spezielles passiert nicht viel, die Show aber durchaus solide und sehenswert. Anscheinend wurde vom Headliner höchstpersönlich noch ein Lied auf die Setlist geschrieben, diesem Wunsch geht die Band selbstverständlich nach und verabschiedet sich wenig später unter tosendem Applaus von der Bühne.

ATREYU

ATREYU kommen auf die Bühne und es regnet Hits. Und wie bei so quasi jedem Auftritt von ATREYU ist die Musik nicht die Hauptattraktion. Der ehemalige Drummer, der nun als Sänger fungiert, schwingt die Hüften, die Gitarristen rennen auf der Bühne hin und her und jeder hat irgendwelche Dancemoves auf Lager, die nie und nimmer einstudiert sein können. Bis zum siebten Track passiert nicht allzu viel Ungewöhnliches. Den sexy Hüftschwung vom Sänger gibt es bei jedem Stück quasi gratis als Goodie obendrauf. Dann sitzt der Sänger für „Bleeding Mascara“ hinters Schlagzeug, der Drummer schnappt sich den Bass und der Bassist, der eigentlich auch bei The Witcher als Zwerg eine gute Rolle machen würde, schnappt sich das Mikrofon und liefert eine Performance ab, die seinesgleichen sucht. Von Anfang bis Schluss wird das Metalcore Brett mit einer Energie ins Publikum geschleudert, die man selten sieht. Während des nächsten Lieds bahnt sich der Sänger den Weg durchs Publikum zur Bar, kippt sich mit der Bar Crew während dem Chorus zu „The Time Is Now“ einige Shots rein und dackelt gemütlich zurück zur Stage. Kurz darauf wird im Dynamo zu „Battle Drum“ kurz geraved und einem Gast wird als Wiedergutmachung für das vom Sänger ausgetrunkene Bier ein Shot vom Band Tequila ausgegeben. Wer jetzt denkt, dass hier fertig ist, liegt falsch, denn anstatt einem Drum Solo, die ich so liebe kommt der Gitarrist mit einem Saxophon zurück auf die Bühne und gibt einige Pop Klassiker zum Besten. Die Band kriegt vom Publikum fünf Bier spendiert, der Gitarrist verteilt Donuts, die er anscheinend im Backstage gefunden haben muss, denn keiner seiner Bandkollegen weiss, wo die Dinger herkommen. Kurz darauf gibt geschätzt ein Viertel der Band zusammen mit CREEPER „I Wanna Dance With Somebody“ von WHITNEY HOUSTON zum besten, während der Rest irgendwo im Saal mit dem Publikum feiert.

Fazit

Wenn ATREYU bei dir in der Nähe spielt und du Freude daran hast Spass zu haben, geh ans Konzert und hab ne gute Zeit. Auch wenn die neuen Tracks nicht mehr so hart sind wie die Emo Teenage Ballerlieder aus den anfangs 2000er ist ATREYU immer noch eine der besten live Bands, die momentan die Bühnen dieser Welt betouren.